Märkte & Vertrieb

Versicherte empfinden Telematik teilweise als gerecht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Markt für Kfz-Versicherungen ist umkämpfter denn je - nicht zuletzt auch dank der Telematik-Angebote der Kfz-Versicherer. Doch wie bewerten die Kunden das Angebot "Rabatt gegen Daten"? Eine Studie der TH Köln kommt nun zu dem Schluss, dass diese die neuen Tarife als durchaus gerecht empfinden. Bedingung ist, dass diese sich auf beeinflussbare Leistungsmerkmale beziehen.
So kommen die Studienautoren ihrer Online-Befragung rund 1.070 Personen zu ihrem Gerechtigkeitsempfinden beim Thema Telematik befragt. Schwerpunkt der Fragen war neben der Kfz-Versicherung auch die Krankenversicherung. Das Ergebnis: ein Großteil der Befragten unterscheidet zwischen leicht beeinflussbaren sowie nur schwer veränderbaren Merkmalen.
Demnach empfinden es jeweils über 60 Prozent der Befragten als gerecht, wenn die Punkte in Flensburg und das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit bei der Kfz-Versicherung berücksichtigt werden. Der Wohnort des Halters oder häufige Nachtfahrten werden hingegen als ungerechte Kriterien wahrgenommen. Gleichzeitig können sich 30 Prozent der Befragten vorstellen, ab einem Preisvorteil von 30 Prozent einen entsprechenden Telematik-Tarif abzuschließen. "Allerdings gibt es auch eine relativ große Gruppe, die unter keinen Umständen einen solchen Tarif abschließen würde: Bei der Kfz-Versicherung sind das 31 Prozent", kommentiert Horst Müller-Peters vom Institut für Versicherungswesen der TH Köln.
Gleichzeitig können sich laut Umfrage etwa 39 Prozent der Autofahrer, die für solche Tarife offen sind, einen Stecker im Zigarettenanzünder vorstellen. 35 Prozent würden sich eine entsprechende Box im Motorraum installieren. Zudem würden 70 Prozent der Befragten zwar langsamer fahren, wenn die Versicherungsprämien vom Fahrstil abhängen. Allerdings gehen nur 46 Prozent der Befragten von einem geänderten Fahrstil aus.
"Wenn wir davon ausgehen, dass sich durch Telematik-Tarife das Verhalten positiv verändert, sinken auf lange Sicht die Versicherungskosten und die Versicherer werden ihre Tarife entsprechend anpassen. Allerdings müssen wir annehmen, dass vor allem diejenigen wechseln, die davon profitieren. Übrig bleibt eine Negativselektion an Versicherungsnehmern, für die – wenn sich Telematik-Tarife sehr stark verbreiten – die Kosten auch steigen können", kommentiert Studienautor Müller-Peters. (vwh/td)
Bildquelle: GDV
Telematik · TH Köln
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