Schlaglicht

Ergo: Wenn Wenning das Machtwort spricht

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Der strukturelle Umbruch bei der Ergo ist voll im Gange. Das Zwischenfazit indes fällt differenziert aus. Während Munich-Re-Chef Joachim Wenning die Düsseldorfer auffordert, ihre Schlagzahl zu erhöhen, spricht Ergo-Manager Harald Christ von guten ersten Erfolgen - zumindest aus Vertriebssicht. Ergo-Boss Markus Rieß hält sich bedeckt. Wie also steht es wirklich um das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter? Ein Stimmungsbericht.
"Wir haben jeden Stein umgedreht", bilanziert Harald Christ im Gespräch mit der Versicherungswirtschaft. "Jetzt arbeiten wir daran, das Ergo Strategieprogramm umzusetzen. Es läuft seit einem Jahr, und wir sehen gute erste Erfolge."
Der anvisierte Weg, um wettwerbs- und zukunftsfähig zu werden: ein besseres Verständnis für das Verhalten des Kunden. Aufgrund ihrer Historie stammt die Klientel aus unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften, weiß Christ. Ihre Daten zu verwalten sei eine besondere Herausforderung.
Man hat den strukturellen Nachholbedarf mittlerweile erkannt und in Angriff genommen. Sowohl Wenning als auch Rieß und Christ sind etwa von den Vorzügen eines digitalen Marktes überzeugt - auch wenn er den vermittelten Markt nicht ersetze. Unter anderem deshalb soll der Digital-Anbieter Nexible ins Leben gerufen werden. Über ihn sollen Zielgruppen angesprochen werden, die die klassischen Vertriebswege nicht erreichen würden.
"Wir wollen Kunden, die preissensibilisiert im Internet unterwegs sind und jegliche Form einer persönlichen Kontaktaufnahme ablehnen, nicht dem Markt überlassen", erklärt Christ. Sein Münchener Chef sieht das ähnlich. Er glaubt, dass die Kunden innerhalb des traditionellen Marktes nicht mehr einfach auf den Verkäufer hören und kaufen, sondern "hybrid" vorgehen, also vor und nach dem Kauf online recherchieren.
Strategisch und inhaltlich herrscht grundsätzliche Einigkeit im Munich-Re -und Ergo-Lager. Und die Aussagen Wennings?
Hinter ihnen dürfte in großen Teilen unternehmerisches Kalkül stecken. Schließlich gehören produktive Reibungen zum Geschäft. Sie können förderlich sein, wenn sie am Ende im Konsens münden. Wenn nicht, droht die innere Zerrissenheit. Dann könnten Wennings Ergo-Bekenntnisse schnell zum Boomerang werden.
Ergo wird liefern, glaubt der Munich-Re-Chef. Nun heißt es anpacken und aufräumen. Und dazu gehört manchmal auch die schmutzige Arbeit. (mst)
Bild: Joachim Wenning, CEO Munich Re (Quelle: ak)
Ergo · Munich Re · Markus Rieß · Joachim Wenning · Harald Christ
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