Köpfe & Positionen

"Startups denken radikal aus Kundensicht"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Axa Deutschland will ihren Vertrieb ausbauen. "Ebenso wollen wir unsere Neugierde beibehalten und unseren Entdeckergeist", betont Vertriebsvorstand Jens Hasselbächer im Sommerinterview mit VWheute. Gleichzeitig will der Versicherer seine "digitalen Fähigkeiten im Maklervertrieb konsequent" ausbauen. Das Ziel: "eine führende Rolle im Maklermarkt".
VWheute: Axa-Deutschland ist im Bereich Start-up sehr aktiv. Kann nachhaltiges Wachstum auf dem gesättigten deutschen Versicherungsmarkt nur noch außerhalb der herkömmlichen Versicherungswege generiert werden?
Jens Hasselbächer: Neue Marktteilnehmer erhöhen den Druck auf die etablierte Versicherungswirtschaft, und das ist auch gut so. Die Kunden werden davon profitieren. Startups und etablierte Versicherer können viel voneinander lernen und aneinander wachsen. Das Erfolgsrezept der meisten Startups? Sie denken radikal aus Kundensicht. Was will der Versicherungsnehmer von morgen? Wie können wir seine Bedürfnisse erfüllen? Wie kann Digitalisierung dazu beitragen?
Fragen wie diesen geht das Team vom Axa Innovation Campus nach. Es geht darum, wie wir künftig Leistungen anbieten, die Kunden im täglichen Leben begleiten und nicht nur im Schadenfall. Unser Anspruch als Axa ist es, Versicherten im Alltag Sicherheit zu geben. Wir haben ein großes Interesse daran, innovative Geschäftsmodelle zu identifizieren, die unseren Kunden Mehrwert bringen. Zusätzlich arbeitet xa mit der nötigen Motivation und Innovationskraft selbst daran, Produkte und Services zu entwickeln, die den Kundennerv treffen.
Wir wollen neue Geschäftsmodelle früher umarmen als andere. Wir wollen da sein, wo zukünftig auch unsere Kunden sind. Versicherungen müssen zwingend kundenorientierter werden. Wir wollen Kunden begeistern. Das treibt uns bei Axa an. Sie sehen, es entstehen spannende Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die Neugestaltung der Kunden- und auch Vertriebspartnerinteraktion ist eine Wesentliche davon.
Was sich nicht ändert: Versicherung ist und wird auch zukünftig Vertrauenssache sein. Deshalb glaube ich persönlich stark an den Omnikanal-Vertrieb – persönlich, digital und vernetzt, insbesondere auch im Zeitalter der Digitalisierung. Startups bzw. Insurtechs, die den Wert von Beratung nicht erkennen, werden es schwer haben.
VWheute: Was sind Ihre persönlichen und beruflichen Wünsche für den Rest des Jahres?
Jens Hasselbächer: Im Vertrieb ist die zweite Jahreshälfte wie jedes Jahr von besonderer Bedeutung. Konkret bedeutet dies, dass wir in allen Geschäftsfeldern unsere Vertriebsziele erreichen wollen. Die Ausgangsbasis dafür ist gut und stabil. Gleichzeitig gilt es, dass wir die richtigen Antworten auf die neuen regulatorischen Anforderungen im Kontext IDD, PRIIPS, EU Datenschutz Grundverordnung finden und diese auch vertrieblich handhabbar implementieren.
Ebenso wollen wir unsere Neugierde beibehalten und unseren Entdeckergeist, in dem wir stetig und zügig neue Vertriebsthemen ausprobieren, bei Misserfolgen jedoch auch schnell wieder einstellen und bei Erfolgen entsprechend skalieren.
Wir investieren viel in den Ausbau all unserer Vertriebswege, um diese auch strategisch richtig aufzustellen. So bauen wir unsere digitalen Fähigkeiten im Maklervertrieb konsequent aus und streben hier die führende Rolle im Maklermarkt an. Den Ausbau unserer innovativen Online-Tarifrechner werden wir ebenfalls weiterhin voranbringen. Diese stehen dann auch unseren Agenturen im Exklusiv-Vertrieb zur Wiederverwendung zur Verfügung, damit diese mit ihren eigenen Online-Modellen in der Fläche erfolgreich sein werden.
Neben den vertrieblichen Themen verantworte ich auch das SUHK-Privatkundengeschäft. Hier sehen wir kurz- und mittelfristig starke Veränderungen – getrieben durch verändertes Kundenverhalten, neue Technologien sowie sich dadurch verändernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Dazu zählen neue Mobilitätskonzepte, das Internet der Dinge, Smart Home u.v.m.. Hier haben wir ein strategisches Transformationsprogramm gestartet, welches ich ebenfalls mit großer Leidenschaft begleite.
Persönlich geht es darum, die richtige Mischung aus operativer Umsetzung und strategischer Geschäftsmodellentwicklung zu finden. Damit dies gelingt, ist es von besonderer Bedeutung die richtigen Fach- und Führungskräfte in der Mannschaft zu haben. Hier bringe ich mich auch in die Transformation und die Weiterbildung und -entwicklung gerne persönlich ein.
VWheute: Wo verbringen Sie oder haben Sie in diesem Jahr Ihren Sommer-Urlaub verbracht?
Jens Hasselbächer: Meinen Sommerurlaub habe ich auf Mallorca verbracht. Eine wunderbare Insel mit vielfältigen Freizeitangeboten. Schnell erreichbar, abwechslungsreich und sehr erholsam.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Jens Hasselbächer ist Vorstand Vertrieb und SUHK Privat von Axa Deutschland. (Quelle: Axa)
Axa Deutschland · Sommerinterview · Jens Hasselbächer
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