Politik & Regulierung

Krankenkasse muss nicht für Fettschürze zahlen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Eine gesetzliche Krankenkasse muss keine OP zur Bauchdeckenstraffung bezahlen, wenn eine bestehende Fettschürze nach massiver Gewichtsreduktion zu psychischen Leiden führt. Dies hat das Landesozialgericht Niedersachsen-Bremen mit Urteil vom 10. Juli 2017 entschieden (Az.: L 16 KR 13/17). Damit haben die Sozialrichter die Leistungsablehnung der Krankenkasse bestätigt.
Im vorliegenden Fall führte eine Schlauchmagenoperation beim 53-jährigen Kläger zu einem Gewichtsverlust von bis auf 85 Kilogramm. Die Folge war hingegen ein erschlaffter Hautüberschuss im Bereich des Bauches. Infolgedessen machte er gegenüber der Krankenkasse eine Bauchdeckenstraffung geltend, da er unter seinem Aussehen psychisch leide. Sein Hauptargument: Nur durch eine Operation sei ein ästhetisches Körperbild wieder herzustellen.
Die Landesozialrichter wiesen die Klage des Mannes nun ab mit der Begründung, dass psychische Leiden nach höchstrichterlicher Rechtsprechung vorrangig durch Psychiater oder Psychologen zu behandeln seien. Einen operativen Eingriff würden diese hingegen nicht rechtfertigen. Zudem sei eine grundsätzlich kosmetische Operation nur in wenigen Ausnahmefällen zu übernehmen, betonte das Landessozialgericht. (vwh/td)
Bild: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)
Krankenkasse · Gesetzliche Krankenversicherung · Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG)
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