Märkte & Vertrieb

Getsurance: BU-Police als Baukasten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Wir haben die erste digitale BU auf den Markt gebracht, die den Namen auch wirklich verdient", sagt Johannes Becher. Gleich zwei Tugenden führt der Mitgründer von Getsurance ins Felde, mit denen das Insurtech klassischen Berufsunfähigkeits-Anbietern merkbar Konkurrenz machen soll: Schnelligkeit und Versicherungsschutz für bisher Unversicherte. Doch das BU-Produkt kommt mit mehr als einem "Aber".
"Wir von Getsurance haben die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) von Grund auf als digitales Produkt neu konzipiert", sagt Johannes Becher dem Nachrichtenportal IT Finanzmagazin. Dazu gehöre, die Risikoanalyse mit wenigen, einfachen Fragen und einem Algorithmus zu erledigen, außerdem lasse sich BU als Modulkonzept an das eigene Sicherheitsbedürfnis anpassen. Ein Versicherungsprodukt im Kleide eines Ikea-Schranksystems sozusagen.
Selbst Insurtechs können nicht zaubern
In der günstigen Basis-Variante fungiert die BU als Unfallversicherung, körperliche oder psychische Krankheiten deckt sie nicht. Der Tarif "Job Comfort" schließt körperliche Krankheiten mit ein, aber nur "Job Premium" bietet einen vollständigen Schutz gegen Berufsunfähigkeit wie ihn der Markt bisher kennt.
"Wir können zwar nicht zaubern", erklärt Becher, "ein Handwerker oder ein Kunde mit Depression wird nicht unser Premium-Paket abschließen können." Jedoch ermögliche die Tarifstaffelung körperlichen Berufstätigen oder Kunden mit einer psychischen Vorerkrankung, zu erschwinglichen Prämien in eine BU-Versicherung einzusteigen.
Zehn Fragen braucht Getsurance, um das Risikoprofil des Antragstellers zu berechnen, danach geht der Abschluss angeblich so schnell wie ein Kauf im Online-Shop. Für Insurtech-Gründer Becher kennzeichnet das einen digitalen Versicherer, Traditionsfirmen hingegen könnten diese Zuschreibung nicht für sich beanspruchen: "Viele namhafte Versicherer akzeptieren bis heute nur von Hand unterschriebene Papieranträge und brauchen Wochen für die Policierung", sagt Becher.
Eine digitale Versicherung macht noch keinen digitalen Versicherer
Marktführer in der digitalen Personenversicherung will Becher in fünf Jahrensein, wenn – so die Prognose von Getsurance – jeder zweite Vertrag im Internet abgeschlossen werde. Mit auf der Welle sollen auch Makler und Vergleichsportale reiten können, diese will Getsurance per Programmierschnittstelle mitziehen. Das Bindeglied entwickeln die Berliner derzeit – nicht zuletzt mit finanzieller Hilfe von Picus Capital, IBB Beteiligungsgesellschaft und PostFinanc, die im April zwei Mio. Euro Wagniskapital spendiert hatten.
Getsurance mag zwar "Deutschlands erste digitale Berufsunfähigkeitsversicherung" feilbieten, der erste digitale BU-Versicherer zu sein, kann das Unternehmen nicht für sich beanspruchen. Immerhin tritt das Insurtech nicht als Risikoträger auf: Stattdessen zediert Getsurance das Risiko an die Squarelife Lebensversicherung, eine ehemalige Tochtergesellschaft der schweizer Finter Bank Zürich, die eigentlich im Run-Off-Markt mitschwimmt. Rückversichert wird das BU-Geschäft von Getsurance durch die Reinsurance Group of America (RGA). (vwh/de)
Bild: Rubik's Cube (Quelle: Roland Frisch, www.rofrisch.de)
BU · RGA · Berufsunfähigkeit · Insurtech · GETSURANCE · Squarelife
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