Unternehmen & Management

Allianz will an stationären Vertrieben festhalten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Erneuerungsagenda der Allianz habe mehrere sich wechselseitig unterstützende Hebel. Dazu zählten konsequente Kundenorientierung, durchgehende Digitalisierung und die damit verbundene Veränderung der Unternehmenskultur, betont Thomas Naumann, Leiter Konzernstrategie und Portfoliomanagement der Allianz SE. Gleichzeitig will der Versicherer sein Engagement in Infrastrukturprojekte "spürbar ausbauen".
Eine konsequente Kundenorientierung sei dabei am allerwichtigsten. Durchgehende Digitalisierung ermögliche es, da hinzukommen. Technologie sei kein Selbstzweck. "Entscheidend ist immer, dass der Kunde ein besseres Serviceerlebnis bekommt". Die Allianz wolle der führende Dienstleister sein, der das Leben und die Vermögenswerte seiner Kunden absichere, ihnen Sorgen abnehme und zu ihrem finanziellen Erfolg beitrage.
Stolz zeigt sich Naumann darüber, dass die Kundenzufriedenheit mit der Allianz gestiegen sei. "Wir sind nun in 55 Prozent unserer Geschäfte hinsichtlich der Empfehlungsbereitschaft besser als der Markt oder gar führend. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr". Auch die Mitarbeiterzufriedenheit sei gestiegen. Das belege, dass man gleichzeitig Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Ergebnisse steigern könnte, was manch einer bezweifle.

Vertriebe sollen bleiben

Auch wenn in absehbarer Zeit alles nur noch digital abgewickelt werde, würden die stationären Vertriebe nicht verschwinden. "Wir stärken unser bewährtes Vertriebsnetz, indem wir es mit den neuen, digitalen Möglichkeiten verknüpfen", unterstreicht Naumann. Ziel der Allianz sei es, zu wachsen. Daher könnten Zukäufe, vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung und der Vermögensverwaltung, interessant sein. "Wir sind aber diszipliniert und greifen nur dort zu, wo wir nachhaltigen Wert schaffen können". Angesichts der hohen Preise sei das nicht immer möglich, dann lasse man Gelegenheiten lieber aus.
Aufgrund der rückläufigen Energiepreise und Inflationserwartungen hätten sich die Renditeerwartungen von Wind- und Solarparks in den letzten Jahren zwar reduziert. Mit vier bis sechs Prozent - je nach Land und Währung - seien die Renditen aber immer noch attraktiv. Dies gelte vor allem auch deshalb, weil die spezifischen Risiken dieser Investments wenig oder nicht korreliert sind mit anderen Kapitalmarktrisiken.
"Zusätzlich freut uns natürlich, dass wir mit diesen Investments unserer sozialen Verantwortung gerecht werden und die weltweiten Klimaziele unterstützen“. Sofern die Preise für Wind- und Solarfarmen attraktiv blieben, würde die Allianz diese Anlagen im Wert von heute rund vier Mrd. Euro weiter ausbauen. Große Vorteile sieht der Experte in sogenannten ÖPP-Modellen.
"In vielen Ländern Europas haben wir auf dieser Basis bereits Autobahnen und andere öffentliche Infrastruktur finanziert. Ich persönlich bin immer wieder erstaunt darüber, dass private Investitionen in öffentliche Infrastruktur in Deutschland so kritisch gesehen werden", betont Naumann.

Zehn Mrd. Euro in Infrastruktur

Die Allianz habe inzwischen über zehn Mrd. Euro in Infrastrukturprojekte investiert, entweder als Eigen- oder als Fremdkapitalgeber. Allein 2016 wurden Anlagen in Infrastruktur um rund vier Mrd. Euro erhöht. Die Beispiele reichen vom Bau eines komplett neuen Abwasserkanals in London unter der Themse über Nahverkehrssysteme in Spanien bis zu Gasleitungen und Stromnetze in vier europäischen Ländern. "Wir wollen diese Anlagen weiter spürbar ausbauen“, ergänzt Naumann. (wo)
Mehr zum Thema lesen Sie auch in der neuen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.
Bild: Thomas Naumann (Quelle: Allianz)
Allianz SE · ÖPP · Thomas Naumann
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