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Vorwurf der Intransparenz: Debeka kontert Kleinlein

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die deutschen Lebensversicherer sind intransparent: Das behauptet Axel Kleinlein (BdV), gestärkt von einer Studie des BdV und des Analysehauses Zielke. Besonders die Debeka kam schlecht weg, insbesondere die Nachrangdarlehen-Praxis wurde kritisiert. Die Koblenzer kontern kühl: Die Studie sei "mangels sachlicher Fundierung völlig irrelevant".
In der durchaus heftigen Kritik an der Debeka – VWheute berichtete - wurde vor allem die Nutzung von Nachrangdarlehen kritisiert. Laut Kleinlein haben "die Versicherer Volkswohl Bund, LV 1871, Continentale, VPV und Debeka ihre Solvenzquoten erhöht, indem sie sich offenbar untereinander mit Nachrangdarlehen ausgestattet haben".

Die Versicherer wehren sich

Die Debeka sieht das anders: "Die Aussage von Herrn Kleinlein ist falsch. Die Debeka Lebensversicherung hat von keinem der genannten Versicherer eine Nachranganleihe gezeichnet. Die von der Debeka Lebensversicherung emittierten nachrangigen Namensschuldverschreibungen wurden an eine Vielzahl von privaten und institutionellen Investoren aus verschiedenen Branchen ausgegeben."
Generell sieht die Debeka kein Problem bei der Nutzung von Nachrangdarlehen: "Soweit die Debeka Krankenversicherung und die Debeka Allgemeine Versicherung Nachranganleihen des Volkswohl Bund gezeichnet haben, ist nicht ersichtlich, dass dies zu einem 'Kumulrisiko' der Lebensversicherung beitragen kann, zumal der Anteil an den gesamten Kapitalanlagen verschwindend gering ist."
Unterstützung bekommen die Koblenzer von einem anderen Unternehmen, das namentlich genannt wird – der LV1871. Finanzvorstand Wolfgang Reichel: "Nachrangkapital ist ein gängiges Instrument der Kapitalbeschaffung und findet auch bei einer Vielzahl von Versicherungsgesellschaften Anwendung. Die herausragende Solvenzquote der LV 1871 basiert auf verschiedenen Faktoren. [...] Das Nachrangkapital spielt bei unseren hohen Eigenmitteln nur eine sehr untergeordnete Rolle."
VWheute hatte bei der Debeka nachgefragt, ob sich die Kunden wegen der Analyse des BdV Sorgen müssen. Die Koblenzer antworten entschieden: "Für die Kunden der Debeka Lebensversicherung ist die Studie von BdV und dem Analysehaus Zielke mangels sachlicher Fundierung völlig irrelevant. Kein Mitglied muss sich um die dauerhafte Erfüllbarkeit seiner Verträge Sorgen machen."
Die Bafin kommentierte auf Anfrage von VWheute wie folgt: "Der Bafin ist die Praxis der ringförmigen Vergabe von Nachrangdarlehen bekannt. Diese Aussage sollte jedoch nicht auf konkrete Unternehmen bezogen sein. Die Aussage der Debeka dürfte auch nach unserer Einschätzung korrekt sein". (vwh/mv)
Bild: Debeka-Hauptsitz (Quelle: Debeka)
Lebensversicherung · Debeka · Transparenz · BdV · LV1871
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