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Was die Dieselgate-Beratung der DEVK wirklich bringt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Millionen Dieselfahrer sind unsicher. Sind sie Opfer eines manipulierten Abgassystems, weil sie ein Fahrzeug von VW, Seat, Skoda oder Audi fahren? Gibt es Anspruch auf Schadenersatz oder kann das Fahrzeug zurückgegeben werden? Wie ist die Rechtslage für den Autobesitzer? Auf all diese Fragen will jetzt die DEVK-Versicherung eine Antwort geben und kooperiert mit Juristen der Deutschen Anwaltshotline. Doch was steckt dahinter?
Wer die DEVK-Rechtsschutz App installiert kann sich drei Jahre lang eine telefonische "Dieselgate Beratung" kaufen. Preis: 36 Euro. Der Kölner Versicherer betont: "Eine übliche Rechtsschutzversicherung kommt nur dann für Prozesskosten auf, wenn der Dieselfahrer schon rechtsschutzversichert war, als er das Auto gekauft hat. Die DEVK bietet allen Autobesitzern eine Alternative, die im Dieselskandal keinen Rechtsschutz in Anspruch nehmen können."
Das Einmalprodukt überrascht. Denn wer sich morgen eine komplette Rechtsschutzpolice kauft, kann bei vielen Anbietern automatisch eine kostenfreie Beratung bekommen. "Wir bieten unseren Kunden bereits bei Abschluss den vollen anwaltlichen Beratungs-Rechtsschutz und zwar kostenlos und zeitlich unbegrenzt – auch für 'Diesel-Gate'", stellt die ÖRAG aus Düsseldorf fest.
Das gilt beispielsweise auch bei der Auxilia, der DAS, der Huk-Coburg, der Neuen Rechtsschutzversicherung NRV oder der Roland. Die NRV betont: "Auch für diejenigen, die keinen Verkehrs-Rechtsschutz bei uns versichert haben, bieten wir für alle Rechtsthemen eine kostenfreie telefonische Rechtsberatung durch erfahrene Anwälte an, selbstverständlich auch zur Dieselaffäre." Vor allem die Beschränkung der Beratung auf den Einzelbereich verwundert die Konkurrenz. So verweist die Auxilia darauf, dass es eigentlich üblich ist, eine telefonische Rechtsberatung übergreifend zu allen versicherten und nicht versicherten Rechtsthemen anzubieten.
Kritisch kommentieren möchte das DEVK-Angebot aber keiner der anderen Rechtsschutzversicherer. Gleichzeitig will jedoch niemand etwas Ähnliches auf den Markt bringen. Immerhin verweist der Ergo, für ihre Tochter DAS-Rechtsschutz darauf hin, dass eine klassische Police, also der Abschluss vor dem Kauf des Fahrzeuges, unverzichtbar sei. "Die Nachbesserung der Steuerungssoftware und gerade die Rückgabe des Kfz kann in der Regel nur mit anwaltlicher Korrespondenz und gerichtlicher Tätigkeit durchgesetzt werden", so der Düsseldorfer Konzern. Künftig könnten zudem noch verwaltungsrechtliche Streitigkeiten mit den Zulassungsbehörden hinzukommen. Denn angeblich soll Fahrzeugen ohne Softwarenachbesserung die Zulassung entzogen werden.
Eine bloße Beratung hilft bei Diesel-Gate in den meisten Fälle den Kunden herzlich wenig. Da kommt schnell der Verdacht auf, die DEVK würde die Verunsicherung der geneppten Autokäufer selbst für einen Nepp ausnutzen, denn die Ausschnittberatung ist viel zu teuer. Vor allem, weil in den meisten Fällen der Rat des Anwalts wohl die Androhung der Klage sein wird. Doch genau dieses Kostenrisiko trägt die DEVK mit ihrer neuen Schmalspur-Police eben nicht. Damit segelt der Kölner Versicherer nur um Aufmerksamkeit zu erregen ganz nahe an der Verbrauchertäuschung und dürfte wohl viele unzufriedene App-Nutzer produzieren. (usk)
Bildquelle: Kurt / PIXELIO (www.pixelio.de)
DEVK · Dieselgate
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