Schlaglicht

München, das "Epizentrum der Versicherungswirtschaft"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
München ist jetzt offiziell die Hauptstadt der Insurtech-Branche. Das BWMi fördert den Digital Hub für den Bereich Insurtech und Größen wie Allianz und Munich Re wollen als Partner die digitale Zukunft der Branche mitprägen. Roman Rittweger, Ottonova, und Robin von Hein, Simplesurance, machen das bereit. Auf einem Treffen in München wird die Zukunft ebenso sichtbar wie kommende Konflikte –VWheute war für Sie vor Ort.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat München zum Digital Hub für den Bereich Insurtech ausgewählt und damit, neben dem Thema "Mobility", den zweiten Digital Hub an einen Standort vergeben. "Hier laufen die Fäden der globalen Versicherungswirtschaft zusammen, deshalb ist auch der Bund hier, so Stefan Schnorr, Head of Digital- and Innovation Politics beim BMWI. Die Branche feiert Eröffnung, an einem Ort der früher als alternative Partyszene galt.

In München wird Zukunft gemacht

Im "Technikum": "The place to be" treffen sich prominente und prägende Protagonisten der deutschen Versicherungswirtschaft. Vor Ort sind unter anderem Joachim Wenning, CEO der Munich Re, Allianz COO Christof Mascher, Roman Rittweger, CEO des ersten rein digitalen Gesundheitsversicherers Ottonova, und Start-up-Star Robin von Hein, CEO von Simplesurance. Für den Glamour sorgte NDR-Moderatorin Ellen Frauenknecht und sogar aus Berlin gab es überschwängliches Lob für den Versicherungsstandort München, der die Welt vernetzt und dies im Rahmen der Digital Hub Initiative des BMWI nun auch interdisziplinär tun soll.
Offene Hemden, Wasser aus der Flasche, formal ging es Laissez-faire zu, inhaltlich ganz und gar nicht, wie die Panel Discussion "Technology shaping the future of Insurance" zeigte. Selbstbewusste Fintechs stellten die Zukunft der Branche in Frage, Investoren legten den Finger in die Wunde. Und über allem lag so etwas wie "Goldgräberstimmung". Einen Blick in die Praxis eines Start-up-Supporters gab Klaus Hommels, Founder & CEO Lakestar, besser bekannt als AOL-Manager und späterer Skype-, Facebook- und Spotify-Investor. Hommels forderte einen "gear-shift" in der Branche, verbunden mit der Frage, ob sich deren Verantwortliche denn überhaupt "trauen, aus ihrer "Comfort-Zone herauszukommen". Munich Re-Chef Joachim Wenning hielt dagegen und warnte, "bei allem Respekt" für die etablierten Player der digitalen Wirtschaft, "zu glauben, dass die alles könnten". Einblicke in die innere Verfasstheit einer Branche, die gewillt ist die Herausforderungen der digitalen Zukunft anzunehmen, aber auch zukünftige Konfrontationslinien markierten Wenning, Mascher auf der einen Seite, von Hein und Hommels auf der anderen.
Ein "Epizentrum der Versicherungswirtschaft" sei der Standort München, das "physikalische Zentrum eines neuen Ökosystems" mit dem Fintech-Inkubator Werk1 als Kraftfeld. Superlative gab es zahlreiche an diesem Abend. Unisono wurden Einigkeit, Vertrauen und Kooperation unter den vielstimmigen Laudatoren für den gemeinsamen Erfolg beschworen. Das allein ist schon herausfordernd. Die Geburt eines deutschen Versicherungs-Silicon Valleys noch mehr. Einen Blick in die Glaskugel wagten Cosmos Direkt CEO David Stachon, Joachim Wenning, Christof Mascher, der Investor Hommels und von Hein als sie auf die Frage der Moderatorin antworteten: "In acht Jahren wird die Versicherungsbranche..."
Nach der Party ist nun vor der Arbeit, um im viel beschworenen, neuen "Ökosystem" auch zu überleben. "In zehn Jahren wird es die Kfz-Versicherung, wie wir sie jetzt kennen, nicht mehr geben" ist sich David Stachon sicher, wie er im Interview mit VWheuteTV im Anschluss der Veranstaltung vor der Kamera bekannte:
(vwh/ak)
Bild: Digital Hub Insurtech in München. (Quelle: Alexander Kaspar)
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