Köpfe & Positionen

Leitermann: "Bürgerversicherung ist größtes Risiko"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ob Regulierung, die digitale Konkurrenz durch Insurtechs, regulatorische Vorgaben oder die aktuelle Diskussion um die Bürgerversicherung - die Herausforderungen für die Branche sind derzeit vielfältig. Im VWheute-Sommerinterview gibt Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna, eine Risikoeinschätzung für die Versicherungsbranche.
VWheute: Was macht ihnen mehr Sorgen, neue (und umfassende) Aufsichtsregeln, die Einführung einer Bürgerversicherung oder die zunehmende Anzahl von Insurtechs –oder sehen sie diesen Entwicklungen mit Hinblick auf die eigene Stärke des Unternehmens gelassen entgegen?
Ulrich Leitermann: Das ist eine interessante Fragenkombination, die mehr gemeinsam hat, als man auf den ersten Blick denkt. Bei der Bürgerversicherung, die ich in diesem Kontext eindeutig als größtes Risiko für die Versicherungsbranche sehe, soll eines der besten Gesundheitssysteme der Welt mutwillig zerstört werden. Hier wird ein seit Jahrzehnten erfolgreiches, nachhaltiges und generationengerechtes System in Frage gestellt, das man eigentlich politisch fördern sollte.
Der Widerstand gegen die Zerstörung des dualen Gesundheitssystems ist zu recht groß – bei der Bundestagswahl wird sich zeigen, ob sich die Politik für die Menschen oder die rein ideologisch motivierten Politikentwürfe durchsetzen. Ich bin da aber zuversichtlich.
Aufsichtsregeln sind immer eine Herausforderung, sie machen uns das Geschäft nicht leichter. Sie haben aber auch dafür gesorgt, dass wir eine der stabilsten Branchen sind – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Das ist gut für Kunden, die sich jederzeit auf unsere Leistungszusagen verlassen können. Dennoch muss ein ausufern von Aufsichtsregeln verhindert werden.
Insurtechs müssen diesen Beweis erst noch erbringen. Sie sind schnell und sie haben gute Ideen, die in der Praxis aber bestehen müssen. Deshalb halte ich viel mehr von Kooperation als von Konfrontation im Umgang mit Insurtechs. Zusammengefasst – wir sind stark genug, uns mit Wettbewerbern kooperativ auseinanderzusetzen. Gegen unsinnige Konzepte kann man nur Frontalopposition machen.
VWheute: Das sind Ihre persönlichen und beruflichen Wünsche für den Rest des Jahres?
Ulrich Leitermann: Das ist einfach. Gesundheit und Zeit für die Familie. Berufliche Wünsche: Unser Zukunftsprogramm zum Erfolg führen.
VWheute: Wo verbringen Sie oder haben Sie in diesem Jahr Ihren Sommer-Urlaub verbracht?
Ulrich Leitermann: Wir haben uns für Kreta entschieden.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna. (Quelle: Signal Iduna)
Signal Iduna · Ulrich Leitermann · Sommerinterview
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