Politik & Regulierung

Liebeskummer ist beim Unfall versichert

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Eine junge Frau baut aus Liebeskummer unter Alkoholeinfluss einen Unfall – den sie körperlich gut übersteht. Im Anschluss sagt sie einem Rettungssanitäter, dass sie sterben will. Ihr Versicherer fordert daraufhin die erstatte Schadensumme über 1.300 Euro wegen Vorsatz zurück. Das Amtsgericht Augsburg widerspricht der Forderung des Unternehmens nun, ein Vorsatz sei nicht erkennbar gewesen.
Es klingt wie ein schlechter Film-Plot: Die junge Frau erfährt am Abend des Unfalls, dass ihr Freund sie wegen einer Freundin verlassen hat. Am gleichen Abend trifft sie in der Disko auf das Paar, sie ertränkt die Kränkung in Alkohol und steuert am späteren Abend den Wagen ihrer Mutter mit fast zwei Promille an einen Baum. Einem Sanitäter gesteht sie nach dem Unfall, dass sie ihren Lebensmut verloren habe.

Das Gericht muss entscheiden

Den Schaden von 1.300 Euro ersetzt die Versicherung der Mutter, fordert das Geld allerdings wegen dem Vorsatz der Selbsttötung später zurück, wie die Augsburger Allgemeine meldet. Die Begründung liefern die Bedingungen. Demnach muss ein beim Versicherungsnehmer wohnhafter Familienangehöriger, einen Kfz-Schaden bei Vorsatz begleichen. Der Fall wird dem Gericht übergeben.
Das ist der entscheidende Punkt: Der Vorsatz könne nicht bewiesen werden, urteilt das Amtsgericht Augsburg und weist den Antrag des Versicherers zurück. Ob die Frau sich vorsätzlich mit dem Ziel betrank, später noch Auto zu fahren, sei laut Gericht nicht zu belegen. Fahrlässigkeit reiche nicht aus. Das Landgericht Augsburg wies die Berufung des Versicherers ab, das Urteil ist rechtskräftig. (vwh/mv)
Bild: Autounfall (Petra Bosse / PIXELIO / www.pixelio.de)
Schadensfall · Kfz-Versicherer · Kfz-Versicherung · Gericht
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