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Baas: Roboter-Steuer sorgt für soziale Akzeptanz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, warnt davor, sich von Prognosen anstecken zu lassen, dass durch künstliche Intelligenz in wenigen Jahren 50 Prozent aller Jobs verloren gehen. Außer Zweifel stehe aber, dass in der technischen Entwicklung in den letzten Jahren ein neues Zeitalter angebrochen sei. Um Kritiker zu überzeugen, bringt er eine Roboter-Steuer ins Spiel.
Mit dem technischen Fortschritt würden auch die sozialen Auswirkungen größer und messbarer. Baas hat fünf Leitlinien für die soziale Verträglichkeit künstlicher Intelligenz aufgestellt. Auffällig sei auch, dass die Tech-Größen des Silicon-Valley sich den sozialen Folgen ihrer Erfindungen widmen würden. Es sollte vor allem nicht zwischen wirtschaftlichem Erfolg auf der einen Seite und sozialer Verträglichkeit auf der anderen gewählt werden. Beide Ziele müssten miteinander vereinbart werden.

Organische Intelligenz fördern

Der Vorstandschef hat fünf Leitlinien für die soziale Verträglichkeit künstlicher Intelligenz aufgestellt. Er fordert zum einen die Kooperation von Robotern mit Menschen statt einer Konkurrenz. Ein weiteres Problem betreffe die Bedrohung ganzer Branchen durch technische Quantensprünge, wie zum Beispiel durch autonomes Fahren. Diese Herausforderung bedürfe brancheneigener Plattformen, die über Industrie 4.0 hinausgehen, um Know-how gemeinsam zu entwickeln, finanzielle Ressourcen zu bündeln und allgemeingültige Normen und Standards durchzusetzen.
Als Schutz vor technologischer Arbeitslosigkeit würden höhere Qualifizierung und Weiterbildung gelten, um die Menschen an Schnittstellen zur Technik einsetzen zu können. Auch die duale Ausbildung als Fundament der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft müsste wieder aufgewertet werden, weil technische Innovationen schnell in die Ausbildung aufgenommen werden könnten. Dazu gehörten auch bessere Aufstiegschancen ohne Studium und Weiterbildungsmöglichkeiten, nicht nur an Hochschulen, sondern auch im Rahmen des dualen Systems.
Digitalisierung auf Betriebsebene lösen
Als weiteren wesentlichen Punkt bewertet Baas eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Sozialpartner Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das bewirke, dass auf Betriebs- und Unternehmensebene sozial verträgliche und wirtschaftliche Lösungen gefunden werden könnten. Als wegweisende Beispiele führt er die aktuelle Elektrostrategie bei Daimler oder auch den Zukunftspakt bei VW an.
Das alles werde aber immer noch nicht ausreichen, die sozialen Auswirkungen künstlicher Intelligenz vollständig abzufedern. Auch steuer- und sozialpolitische Instrumente müssten in Betracht gezogen werden. Aktuell gewinne die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen immer mehr Anhänger. Allerdings führe das zu neuen Umverteilungsproblemen.
Für diskussionswürdig hält Baas eine Roboter-Steuer. Damit werde zwar der technische Wandel etwas verlangsamt, gäbe aber dem Einzelnen und der Gesellschaft mehr Zeit, sich auf die neuen Herausforderungen besser einzustellen. Außerdem sei eine derartige Steuer vergleichsweise einfach in das bestehende Steuer- und Sozialmodell zu integrieren und verspreche, die soziale Akzeptanz künstlicher Intelligenz zu erhöhen. (vwh/wo)
Bild: Jens Bass (Quelle: Techniker Krankenkasse)
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