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Drohnenmarkt: Fliegende Risiken, lukratives Geschäft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Auch im Nachbarland Österreich erfreuen sich unbemannte Luftfahrzeuge - sogenannte Drohnen - steigender Beliebtheit. Seit 2014 hat sich deren Anzahl laut Daten der Austro Control verhundertfacht. Das führt zu Problemen, die man auch in Deutschland kennt.
Waren es 2014 in Österreich erst 150 neue Bewilligungen, so dürften es  2017 rund 1.550 sein. Andreas Kößl, Vorstand der Uniqa Österreich, des größten österreichischen Versicherers, erklärt dazu, dass die Drohnen-Versicherung dank der starken Nachfrage von einem individuellen zu einem Standardprodukt geworden sei.
Wer in Österreich eine Drohne fliegt, die mehr als 250 Gramm Gewicht hat, braucht eine Fluggenehmigung von der Austro Control. Damit verpflichtend verbunden ist eine Haftpflichtversicherung, die optimal auf das Risiko ausgerichtet ist. Das Produkt umfasst eine maximale Versicherungssumme von einer Million Euro. Die jährliche Prämie liegt bei 75, bzw. 60 Euro für Stammkunden, pro Drohne. Die Versicherung gilt ausschließlich im Alpenland. Kommt es zu einem Schaden durch die Drohne, fällt ein Selbstbehalt von zehn Prozent, maximal 2.000 Euro, an. Bei Personenschäden entfällt der Selbstbehalt.

Strenge Auflagen

Auch in Deutschland gibt es für Drohnenbesitzer strenge Auflagen. Seit Anfang April ist die Verordnung zur Regelung des Betriebs unbemannter Fluggeräte mit einer Startmasse von 250 Gramm in Kraft. Danach reicht die Privat-Haftpflicht für den Betrieb nicht aus, sondern es muss nach den Regelungen des Luftfahrtgesetzes über die Haftpflicht für Drittschäden eine eigenständige Halter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. "Wir haben plötzlich einen neuen Markt", erklärt dazu Helmut Hecker, Leiter Unternehmerkunden Haftpflicht der Gothaer, die nach eigenen Angaben bisher rund 140 Drohnen-Versicherungen im gewerblichen Bereich verkauft habe.

Privat für 70 bis 90 Euro

Die Tendenz gerade in Handwerksbetrieben sei deutlich steigend. Es gebe immer mehr Anwendungsgebiete, von der Schadensuche und Kontrolle bis hin zu Lieferservices. Die Gothaer erwartet daher, dass in den nächsten fünf bis sieben Jahren zwischen fünf und zehn Prozent ihrer rund 100.000 Gewerbekunden auch einen Drohnenschutz abschließen werden.
Zusätzlicher Drohnenschutz als Ergänzung zur Privathaftpflicht kostet – abhängig vom Fluggewicht und der Deckungssumme - zwischen 70 und 90 Euro. Die Prämien bei gewerblichem Einsatz bewegen sich zwischen 140 und 300 Euro.

Eine Million in Deutschland

Nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung gibt es hierzulande schon rund 400.000 Drohnen, die noch überwiegend privat genutzt werden. 10.000 werden bereits in der Landwirtschaft eingesetzt. Erwartet wird bis 2020 ein Anstieg auf eine Million Flugkörper, und mehr als sieben Millionen europaweit. Mit der zunehmenden Anzahl der Drohnen in der Luft steigt auch die Anzahl der Unfälle. In den ersten zehn Monaten 2016 wurden bereits über 61 Behinderungen durch Drohnen im Luftverkehr registriert. Ein Jahr zuvor waren es noch 14. (vwh/wo)
Bild: Drohne (Quelle: Fotolia)
Gothaer · Uniqa · Drohnen
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