Märkte & Vertrieb

Die automobile Revolution beginnt 2018

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Der Logistikkonzern Schenker testet im nächsten Jahr fahrerlose LKW auf einer deutschen Autobahn. Bosch will im selben Jahr automatische Taxis durch deutsche Innenstädte fahren lassen. Dass autonome PKW kommen werden, ist bereits länger kein Geheimnis mehr, doch jetzt gibt es ein festes Datum.
Es sind keine kleinen Unternehmen, die die mobile Revolution auf deutschen Straßen anzetteln wollen. Schenker gehört zu den größten Gütertransporteuren weltweit. In den Bereichen Luft- und Seefracht ist das Unternehmen ebenfalls globale Spitze. Die Bosch-Gruppe ist ein global tätiges Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit einem Umsatz von 73,1 Mrd. Euro. Beide Unternehmen wollen beim Verkehr keine Digitalisierungsopfer sein, sondern die Zukunft mitbestimmen.

Der automatische Brummi

Schenk hofft, ohne Fahrer und deren Ruhezeiten die Fahrzeuge länger einzusetzen und so mehr Einnahmen zu generieren. Stehen die LKW still, sind sie nur Kostenfaktoren. Ab dem kommenden Jahr will der Konzern in Zusammenarbeit mit MAN und der Hochschule Fresenius auf der A9 LKWs mit der Platooning-Technik fahren lassen – aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass VWheute bereits am 5. Juli über Testfahrten autonomer Fahrzeuge auf der A9 berichtete. Platooning klingt nach Militär, ist in Wahrheit das hintereinander Fahren mehrerer vernetzter Trucks, die (teilweise) automatisch fahren.
"Die Technik wird kommen", sagt Jochen Thewes, Chef der Bahn-Logistik- Tochter Schenker. Er glaubt aber auch, dass vollautomatische Lastwagen erst in zehn bis 15 Jahren ohne menschlichen Überwacher fahren dürfen. Bei dem Test auf der A9 ist ein Mensch im Cockpit, der bei Bedarf eingreifen kann.

Manchmal reicht ein Satz

"Wir werden 2018 die ersten kleineren Flotten an Robo-Taxis in deutsche Städte bringen", ließ Bosch-Manager Gerhard Steiger verlauten. Die breite Markteinführung sei für das Jahr 2022 vorgesehen. Das klingt nicht nach ungefährer Schätzung.
Doch wer haftet im Schadenfall, schließlich ist im Stadtverkehr mit mehr Unwägbarkeiten zu rechnen als auf der Autobahn, wenn auch mit geringeren Einzelschäden. Frank Edelmeier, Leiter Geschäftsfeld Kraftfahrt von Axa sagt dazu: "Wir sehen den technischen Entwicklungen im Kontext Autonomes Fahren mit Spannung entgegen. Auch die Ethik-Diskussion verfolgen wir intensiv. Dabei glauben weiterhin an die Halterhaftung."
Was passiert mit den Fahrern?
Bei allem technischen Fortschritt darf die Situation der LKW- und Taxifahrer nicht vergessen werden, denn sie sind die Leidtragenden einer technischen Entwicklung im Straßenverkehr, die Menschen als Arbeitskräfte auf Dauer weitgehend unnötig macht.
Die OECD hat in einer Studie untersucht, wie sich fahrerlosen Lastkraftwagen auf die Situation der Fahrer auswirken würde. Die Zahlen sind erschreckend: 70 Prozent der Jobs sind in Gefahr. Daher fordert die OECD einen geregelten Übergang und eine Art Robotersteuer, die bei Inbetriebnahme eines fahrerlosen LKW anfallen würde. (vwh/mv)
Bild: autonomes Fahren (Quelle: Mercedes)
Axa · Bosch · Autonomes Fahren · Schenker · autonomes Fahrzeug
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