Schlaglicht

Generali kürzt nun auch Rente der Kunden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Noch spricht die Generali Lebensversicherung im Internetauftritt von „einer sicheren Rente mit dem Ziel, von der Dynamik des Aktienmarkts zu profitieren“. Die Niedrigzinsphase macht auch vor den Rentenversicherungen des fünftgrößten deutschen Lebensversicherers nicht mehr halt. Rund 28.000 Rentenempfänger müssen mit einer Kürzung ihrer privaten Zusatzrente rechnen.
Kunden, die erstmals ab August eine Rentenzahlung erwarten, bekommen gleich nur noch den reduzierten Betrag ausbezahlt. Hintergrund der Reduzierungen ist die sogenannte Überschussbeteiligung, die neben den garantierten Leistungen bei klassischen Verträgen zur Auszahlung kommt und damit in den zurückliegenden Jahren die Renten deutlich erhöht hat. Aufgrund der Kapitalmarktentwicklung schrumpften aber die Margen, sodass bei der Generali jetzt keine Spielräume mehr für Zahlungen über den Garantiezins von 1,75 Prozent hinaus bestehen. Über die Höhe der Absenkungen konnte die Generali keine Angaben machen, da diese individuell ausfallen würden. Für die Vermittler ist das besonders bitter, da diese bei ihren Abschlüssen gern mit dem Argument der höheren Rente, also einschließlich Gewinnbeteiligung, geworben haben.
Der Versicherer erklärt sich
Gegenüber VWheute begründet die Generali die Absenkungen wie folgt: "Wir können den Unmut einiger Kunden, dass wir Renten anpassen mussten, gut nachvollziehen. Diese sind jedoch das Ergebnis der lang anhaltenden Niedrigzinsphase, die Auswirkungen auf nahezu alle Kapitalanlageprodukte im Markt hat." Mit der Senkung der laufenden Gesamtverzinsung stelle das Unternehmen sicher, dass die Rentenzahlungen an das gesamte Versichertenkollektiv auch bei einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase gewährleistet werden. Gleichermaßen könnte die laufende Gesamtverzinsung auch wieder erhöht werden, wenn es das Zinsumfeld zulasse. Mit der Entscheidung zur Senkung der Gesamtverzinsung auf 1,75 Prozent für 2017 könnten nur noch solche Verträge einen Zinsüberschuss erhalten, deren Garantiezins weniger als 1,75 Prozent betrage.
Ob weitere Gesellschaften mit Kürzungen folgen werden, ist noch nicht auszumachen, dürfte aber nicht auszuschließen sein. Auch die Betriebliche Altersversorgung könnte von Streichungen betroffen sein, erwarten Branchenkenner.

Betriebsrentenanpassungen als Vorbote

Kürzungen bei den Betriebsrentenanpassungen ehemaliger Mitarbeiter hatte die Generali bereits in den letzten zwei Jahren vorgenommen. Mit 0,5 Prozent wurde lediglich der Teuerungsausgleich weitergegeben. Begründet wurde das mit "Zeiten wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen und um die Existenz des Konzerns langfristig zu sichern". Für 2017 werden die Betriebsrenten wieder um 1,9 Prozent – entsprechend der gesetzlichen Rente – erhöht. Das entspreche in etwa der Inflation in diesem Jahr und lasse erfreulicherweise die wirtschaftliche Gesamtlage zu, heißt es. Daher verzichte die Generali darauf, von in den Versorgungsordnungen vorgesehenen Ausnahmeregelungen Gebrauch zu machen. (vwh/wo)
Bild: Es geht nach unten (Quelle: Thommy Weiss / PIXELIO / www.pixelio.de)
Zinsen · Generali · Rentenversicherung · Niedrigzinsen
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