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Rückversicherer kämpfen gemeinsam gegen Seuchen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Weltbank und die Weltgesundheitsorganisation haben den ersten Bonds gestartet, der den Ausbruch von Pandemien und ihre Folgen bekämpft. Für die Neuentwicklung haben sich die Organisationen mit den Rückversicherern Munich Re und Swiss Re zusammengeschlossen. Gemeinsam wurde die Pandemic Emergency Financing Facility (PEF) gegründet.
Das Ziel von PEF ist es, bei einer Pandemie mittels schneller Finanzzahlungen das Leid zu begrenzen, das Pandemien in unterentwickelten Ländern verursachen. Jüngsten Wirtschaftsanalysen zufolge betragen die jährlichen weltweiten Kosten mittelschwerer bis schwerer Pandemien circa 570 Mio. US-Dollar oder 0,7 Prozent des globalen BIP. Der Schutz vor Pandemien ist dennoch weltweit lückenhaft und es besteht keine Möglichkeit, sich trotz einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit zu versichern.
Die Bill & Melinda Gates Foundation sammelt bereits seit Jahren Millionen gegen die Seuchen. Laut Bill Gates können ein Atomkrieg, der Klimawandel oder eben Seuchen die Zivilisation entscheidend zurückwerfen. Von all diesen Gefahren werden Epidemien am "wenigsten ernst genommen".
Ähnlich sieht es auch Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation: "In den vergangenen Jahren waren beträchtlichen Bedrohungen durch neue und wiederkehrende Infektionskrankheiten zu verzeichnen. Die WHO unterstützt die Pandemic Emergency Financing Facility im vollen Umfang als kritischen Beitrag zur globalen Gesundheitssicherheit und lebenswichtige Verteidigungslinie gegen Pathogene mit hohem Bedrohungspotential."

So funktioniert es

Im Rahmen der PEF werden in der Versicherungskomponente Mittel aus Rückversicherungsmärkten mit den Gewinnen der von der Weltbankgruppe emittierten Katastrophenanleihen, Cat Bonds (Catastrophe Bonds), kombiniert. Ebenfalls umfasst die Fazilität eine ergänzende Bargeldkomponente.
Die Versicherungskomponente, entwickelt von Swiss Re und Munich Re, wird für einen Anfangszeitraum von drei Jahren eine Deckung von 500 Mio. US-Dollar für Ausbrüche von Infektionskrankheiten mit Pandemiegefahr bereitstellen. Mit öffentlich verfügbaren Daten entworfene parametrische Auslöser werden vorgeben, wann Mittel freigegeben werden, schreibt die Weltbank. (vwh/mv)
Bild: One World, one future (Quelle: S. Hofschläger / PIXELIO / www.pixelio.de)
Swiss Re · Munich Re · Pandemie · Weltbank
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