Politik & Regulierung

Hacker legen Schifffahrtsriesen Maersk lahm

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Gestern im Gespräch, heute Realität: Der Schifffahrtskonzern A.P. Møller-Mærsk (APM) wurde Opfer eines Hackerangriffs. Neben den Terminals von APM ist auch die weltgrößte Containerreederei Maersk Line betroffen. VWheute sprach mit Volker Dierks, bei AGCS Zentral- und Osteuropa zuständig für Schiffsversicherungen, über das Thema Cyberbedrohungen für die maritime Wirtschaft.
Der AGCS-Experte erläuterte im Interview die Gefahren von Cybergefahren für die Schifffahrt: "Bisher gab es noch keinen solchen Ernstfall, aber die Schifffahrt ist vermutlich ebenso auf dem Radar von kriminellen Hackern wie viele andere Branchen."
Das ist jetzt bestätigt: Hacker haben mit der Schadsoftware Petya weltweit Unternehmen angegriffen und bei A.P. Møller-Mærsk einen Erfolg erzielt. Mehrere IT-Systeme und Geschäftsbereich sind betroffen. Dazu zählen insgesamt 17 Terminals von APM und auch die Container-Linienreederei Maersk Line.
Sowohl die Webseite als auch die Unternehmenssoftware ist außer Betrieb. Die rund 600 Schiffe der Linie sind fahrtüchtig und erreichbar, die Kapitäne sollen allerdings vor dem Einlaufen Kontakt zu den lokalen Agenten herstellen. Das Unternehmen selbst sieht sich als Herr der Lage: "Wir beherrschen das Problem und arbeiten an einer Lösung."
Nach einer Meldung von Hansa hat das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky rund 2.000 erfolgreiche Angriffe registriert, die meisten in Russland und der Ukraine, aber auch in Deutschland, Polen, Italien, Großbritannien, Frankreich und den USA.
Zu der Frage nach einem wirkungsvollen Schutz vor Cyberangriffen sagt Dierks: "Hier muss die ganze maritime Wirtschaft, Reeder, Werften, Zulieferer, Gesetzgeber und Versicherer zusammenarbeiten. Der Schutz beginnt bereits bei der Konstruktion der Schiffe mit einer zeitgemäßen Sicherheitsarchitektur der gesamten an Bord verbauten Elektronik. Wir Versicherer befürchten ganz neue Schadenszenarien, die wir uns momentan nur rein hypothetisch vorstellen können. Es ist weniger die Frage, ob Schiffe gehackt werden können, sondern wann es passieren wird." Die Frage nach dem Wann wurde heute beantwortet. (vwh/mv)
Bildquelle: Marvin Siefke / PIXELIO (www.pixelio.de)
AGCS · Hacker · International Union of Maritime Insurance · Schifffahrt
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