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Swiss Life löst Rassismus-Debatte aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Stammland Schweiz hat Lebensversicherer Swiss Life eine Debatte um Rassismus ausgelöst. Im Fokus der Kritik steht dabei die "Möglichkeit von Aliasnamen" im Kundendienst. Der Versicherer soll laut Tagesanzeiger Mitarbeitern des Contact-Centers mit einem ausländischen Namen nahegelegt haben, sich mit einem Schweizer Aliasnamen zu melden.
Diese Praxis gelte laut Bericht auch für jene Mitarbeiter, welche akzentfrei Deutsch sprechen und ihre Kindheit in der Schweiz verbracht haben. Dabei sei es völlig unerheblich, ob der Mitarbeiter einen Schweizer Pass habe oder nicht - entscheidend sei lediglich die Klangfarbe des Namens, schreibt die Schweizer Tageszeitung weiter.
Aber: "In der Schweizer Arbeitswelt ist ein ausländischer Name ein klarer Nachteil", bestätigt die Neuenburger Soziologin Rosita Fibbi gegenüber dem Tagesanzeiger. Dabei stellte die Wissenschaftlerin bereits 2003 fest, dass 59 Prozent der junge Kosovaren in der Deutschschweiz benachteiligt werden. Scharfe Kritik erntete der Lebensversicherer dennoch von Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR).
Demnach sei die Praxis der Swiss Life "problematisch" und "bedauerlich". Dabei werde das Bild verstärkt, dass ein ausländisch klingender Name ein Nachteil sei "und nicht so wirklich zur Schweiz gehört", kritisierte die FDP-Politikerin weiter. Zudem nutze die Swiss Life das in der Bevölkerung bestehende Vorurteil zu Marketingzwecken, wonach ausländisch klingende Namen als potenziell unseriös und weniger angenehm wahrgenommen würden, so der Bericht weiter.

Versicherer weist Vorwürfe zurück

Der Versicherer selbst sieht die Angelegenheit jedoch gelassen. "Swiss Life gibt ihren 19 Mitarbeitenden im Contact Center die Möglichkeit, auf eigenen Wunsch Aliasnamen zu verwenden", heißt es in einer Stellungnahme. Zudem vertrete der Konzern "die Meinung, dass der Gebrauch von Aliasnamen weder diskriminierend noch persönlichkeitsverletzend ist. Er dient einzig und allein in der vereinfachten Kommunikation im Kundenkontakt".
Gleichzeitig wies die Swiss Life die "Behauptung, dass Mitarbeitende von Swiss Life zum Gebrauch von Aliasnamen genötigt werden", als falsch zurück. Richtig sei vielmehr: "Die Mitarbeitenden von Swiss Life entscheiden immer und ausschliesslich freiwillig, ob sie einen Aliasnamen verwenden wollen oder nicht. Mit einer schriftlichen Erklärung stellt Swiss Life dies sicher."
Zudem seien von "den zehn Mitarbeitenden, die ihren eigenen Namen verwenden, drei solche mit ausländischen Namen. Dies beweist, dass es keinen Zwang zur Nutzung von Aliasnamen bei Swiss Life bzw. eine entsprechende Diskriminierung gibt", erklärt die Swiss Life weiter. "Wir wissen, dass jene Mitarbeitenden im Contact Center, die sich aus Gründen der einfacheren Kundenkommunikation für Aliasnamen entschieden haben, diese Möglichkeit schätzen und in ihrer täglichen Arbeit gute Erfahrungen damit machen. Sie entscheiden immer und ausschliesslich freiwillig, ob sie einen Aliasnamen verwenden wollen oder nicht", betonte Markus Leibundgut, Vorstandsvorsitzender der Swiss Life Schweiz. (vwh/td)
Bildquelle: Swiss Life
Lebensversicherer · Swiss Life
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