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Versicherer zeigen Bürgerversicherung die rote Karte

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Bürgerversicherung stößt vor allem bei den privaten Krankenversicherern bekanntlich auf wenig Gegenliebe. Am gestrigen Sonntag haben zahlreiche Mitarbeiter den SPD-Sonderparteitag in Dortmund dazu genutzt, ihrem Unmut über die Pläne der Politik Luft zu machen. Dazu aufgerufen hatten neben der Spartengewerkschaft NAG auch die Betriebsratsinitiative "Bürgerversicherung? Nein danke!"
"Die Bundestagswahl im September ist für die Beschäftigten der Versicherungswirtschaft erneut von großer Wichtigkeit", betonte Waltraud Baier, Vorsitzende der Gewerkschaft. So befürchtet die NAG, dass mit einem Wahlsieg der SPD Einführung einer Bürgerversicherung wahrscheinlich sei.
"Mit ihr geht eine Abschaffung der PKV-Vollversicherung einher, die 75.000 Jobs kostet und weder zu einem verbesserten noch gerechteren Gesundheitswesen führt", befürchtet die Gewerkschaftschefin. Daher rief die Gewerkschaft Mitarbeiter an den Ergo Standorten Köln, Düsseldorf, Hamburg, München und bei der Ergo Direkt in Nürnberg auf, an der Protestaktion teilzunehmen.
Unterstützung erhielt die NAG auch von der Betriebsratsinitiative "Bürgerversicherung? Nein danke!". "Oberflächlich betrachtet hört sich das alles plausibel an. Und es passt so schön zur permanenten Gerechtigkeitsdebatte. Tatsächlich aber würde die Bürgerversicherung das heutige duale Krankenversicherungssystem aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung unwiderruflich zerstören", kritisierte Peter Abend, Sprecher der Betriebsratsinitiative und Betriebsrat der Gothaer.
Dabei würden durch die Einführung einer Bürgerversicherung "nicht nur 75.000 Arbeitsplätze in der Versicherungsbranche hierdurch vernichtet, sondern auch hunderttausende weitere Arbeitsplätze vor allem in der Gesundheitsbranche", befürchtet Abend. So würde "dieses Modell zu einer Zweiklassenmedizin" führen, "denn nur die Vermögenden werden sich dann zusätzlich einen besseren Versicherungsschutz leisten können oder gleich das Geld bar auf den Praxistresen blättern. Was das mit Gerechtigkeit zu tun hat, konnte uns bisher kein SPD-Politiker beantworten, ergänzt Stefan Kappel, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Barmenia. (vwh/td)
Bildquelle: Torsten Bogdenand / PIXELIO (www.pixelio.de)
Ergo · Gothaer · Bürgerversicherung · Barmenia · Bamenia
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