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Warum gehört ein Hai nicht auf den Weinberg?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Lohnunternehmer begeht beim Einsprühen eines Weinbergs einen kapitalen Fehler. Statt die empfindlichen Reben mit dem Mehltau-Schutzmittel Collis zu behandeln, füllte er den Unkrautvernichter "Shark" (Hai) in die Spritze. Das ist ungefähr so, als würden sie bei der Mundreinigung statt einer Zahnbürste ein Skalpell verwenden. Die Folgen waren für die Pflanzen verheerend.
Nach einem Bericht des Trierischen Volksfreunds verwechselte der Unglücksrabe die Behälter mit den Lösungen, so landete der Hai in de Spritze. Das Mittel wirkt wie ein extremer heißer Wind, die Blätter werden an den Reben braun und zerfallen beim Anfassen, an ein Fruchttragen ist nicht zu denken. Durch das Malheur ungefähr ein Hektar Rebfläche in den Steillagen Klüsserather Bruderschaft und Trittenheimer Altärchen betroffen. Da bei einem solche Unglück nach Murphy's law immer alles schief geht, was schief gehen kann, war es ein windiger Tag, wodurch Abdriftschäden an weiter entfernten Gebieten nicht auszuschließen sind.
Die durch den falschen Mitteleinsatz geschädigten Wingerte müssen zwar nicht neu bepflanzt werden, aber es kann gut sein, dass sie selbst nächstes Jahr keine Früchte tragen werden, in diesem Jahr ist daran nicht zu denken. VWheute hat bei einem Weinbau-Experten nachgefragt, wie hoch der Schaden zu beziffern sei. Da sowohl die Qualität der Trauben als auch der Weinverkaufspreis unbekannt sei, ist eine Schätzung laut dem Experten nahezu unmöglich. Eine Summe zwischen 8.000 und 20.000 Euro sei vorstellbar – bei einem Zweijahresschaden muss die Schadensumme natürlich mit dem Faktor zwei multipliziert werden.

Wer zahlt die Zeche

Laut dem Weinbau-Experten muss eine Fachkraft, die mit Giften arbeitet, einige Schulungen absolviert haben. Auch sei bei solchen Lohnunternehmer eine Berufs-Haftpflichtversicherung die Regel. Wahrscheinlich ist, dass der Verdacht der groben Fahrlässigkeit geprüft werden wird. Wenn der finanzielle Schaden geregelt ist, wird am Ende Mutter Natur die einzig Leidtragende sein. (vwh/mv)
Bild: Steilhang (Quelle: Rainer Sturm / PIXELIO / www.pixelio.de)
Berufshaftpflichtversicherung · Weinbau · Gift
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