Köpfe & Positionen

Ottonova will wie Tesla sein, aber auch Gewinn machen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Ziele von Ottonova sind sehr ambitioniert: "Innerhalb der nächsten drei Jahre wollen wir die Gewinnspanne erreichen", gibt sich Roman-Marcus Rittweger im Handelsblatt selbstbewusst. Der Vorstandschef scheut keine großen Vergleiche: "Wir wollen der Tesla der Krankenversicherer sein." Von der geplanten Bürgerversicherung hält er hingegen naturgemäß wenig.
Dabei scheint die Zielvorgabe klar: "Um unsere Fixkosten zu erwirtschaften, brauchen wir mindestens 12.000 voll versicherte Kunden bis 2020. Oder 6.000 Vollversicherte und 60.000 Zusatzversicherte. Bis wir diese Zahlen erreicht haben, müssen wir Geld ausgeben", rechnet Rittweger im Interview mit der Wirtschaftszeitung vor. Gleichzeitig will sich der neue Player auf dem Krankenversicherungsmarkt "Zeit lassen, denn wir wollen nicht mit teuren Vertriebskosten und Maklervertrieb operieren". Daher werde es "keine große Werbekampagne geben, sondern nur einen Soffiarmeli über Social Media. Werbung vor der Sportschau und Plakate in ganz Deutschland wird es von uns nicht geben."
Bei dieser Gelegenheit gibt sich Rittweger mit Blick auf eine mögliche Bürgerversicherung gelassen. "Die Grünen sollten mal schauen, wie viele ihrer Mitglieder privat krankenversichert sind. Zweitens sollte die Politik erkennen, wie viele Regierungen sich mit Gesundheitspolitik unbeliebt gemacht haben. Dazu müsste die Beamtenschaft die private Krankenversicherung im Kern für sich abschaffen", erläutert der Ottonova-Vorstandschef.
Daher ist sein Plädoyer für die private Krankenversicherung natürlich auch nicht verwunderlich: "Die Daseinsberechtigung der PKV ist der Wettbewerb der Systeme. Jeder Politiker, der sich uns genau ansieht, wird erkennen, dass wir dem System nach vorne helfen", betont Rittweger. Parallelen zum berühmten Namensgeber Otto von Bismarck sieht er hingegen nicht: "Für Finanzinvestoren ist allerdings ein Zeitrahmen von sieben bis zehn Jahren sicher ein normaler Anlagehorizont. Wir haben aber tendenziell Fonds, die länger dabei bleiben. Irgendwann muss es für sie natürlich einen Exit geben: Das könnte ein Börsengang sein oder der Verkauf an einen Interessenten. Wie der aussehen wird, wissen wir nicht." (vwh/td)
Bild: Roman-Marcus Rittweger, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Ottonova (Quelle: Ottonova)
Krankenversicherer · Ottonova · Roman-Marcus Rittweger
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