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Datenmissbrauch bei Nazi-Opfern? HDI wehrt sich

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Provisionen sind bekanntlich ein wesentlicher Teil des Versicherungsgeschäftes. Häufig sind sie Ursache für Konflikte zwischen dem Versicherer und dem Außendienstmitarbeiter. Über einen besonders makaberen Fall berichtet nun die Hannoversche Allgemeine. Demnach soll die HDI ihre Außendienstler systematisch betrogen und dabei sogar Daten von Nazi-Opfern missbraucht haben. Der Versicherer selbst weist den Vorwurf zurück.
Im konkreten Fall soll die HDI den Vertretern angeblich viel zu hohe Vertragsbestände und damit Prämienvolumina in Aussicht gestellt haben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den Gutachter und Makler Matthias Ochsen. Dabei soll der Hannoveraner Versicherer seinen Außendienstmitarbeitern Prämien bis zu zwei Mio. Euro in Aussicht gestellt haben - anstelle der marktüblichen 300.000 bis 400.000 Euro.
Bei der Prüfung habe der Makler nun angeblich gravierende Mängel festgestellt: "In den Bestandslisten finden sich Kunden, die 1922 geboren und in einem Lager umgekommen sind", behauptet Ochsen laut Bericht. Noch etwas härter formuliert es dabei der Anwalt Björn Wangemann: So handele es sich bei den Listen angeblich um "extra fabrizierte Buchauszüge".
Das Oberlandesgericht Celle hat nun entschieden, dass die HDI einem Wirtschaftsprüfer Zugang gewähren muss, um die entsprechenden Unterlagen zu überprüfen. Der Versicherer selbst will sich auf Anfrage von VWheute zwar "zu Details von laufenden Verfahren generell nicht äußern". Dennoch weist der Versicherer die Vorwürfe zurück: "Die Behauptung, dass Kundenlisten von HDI 'künstlich aufgebläht' wurden, um Vermittler zu einem Vertragsschluss mit HDI zu animieren, entbehrt jeder Grundlage", betont ein Unternehmenssprecher.
Demnach seien "keine überhöhten Vertragsbestände in Aussicht gestellt" worden. "Insbesondere die Behauptung, HDI würde in diesem Zusammenhang bewusst Kundendaten von NS-Opfern verwenden, weisen wir entschieden zurück. Die von HDI erstellten Buchauszüge erfüllen nach dem jüngsten Beschluss des OLG Celle grundsätzlich die rechtlichen Anforderungen. Es werden lediglich noch wenige fehlende Daten durch einen Wirtschaftsprüfer ergänzt. Die Tätigkeit des Wirtschaftsprüfers steht keinesfalls in einem Zusammenhang mit der Behauptung, HDI hätte Daten von "Menschen, die in der Nazi-Zeit um Leben gekommen sind', verwendet", betont die HDI. (vwh/td)
Bildquelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)
HDI
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