Märkte & Vertrieb

Versicherer lieben Einzelhandel und Büros

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Immobilien scheinen sich bei Versicherern einer immer größeren Beliebtheit zu erfreuen. Demnach wollen deutsche Konzerne in diesem Jahr weiterhin stark in entsprechende Assets investieren, um ihre Garantiezinsversprechen einzuhalten. So erwarten die Experten von Ernst & Young im aktuellen "Trendbarometer Assekuranz 2017" eine Immobilien-Rekordquote von 10,7 Prozent. Besonders beliebt: Büros und Einzelhandel.
Demnach hat das Interesse der Versicherer an Büroimmobilien gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen. 72 Prozent der Befragten planen laut Studie in diesem Jahr den Kauf eines entsprechenden Gebäudes. Zum Vergleich: 2016 waren es noch 75 Prozent, im Jahr 2015 nur 55 Prozent. Demgegenüber hat das Interesse am Einzelhandel laut Trendbarometer wieder zugenommen: Bei 72 Prozent der befragten 35 deutschen Versicherungsunternehmen steht diese Assetklasse derzeit hoch im Kurs (2016: 65 Prozent, 2015: 80 Prozent).
Auf Rang drei der beliebtesten Investionssegmente liegen laut Studie Wohnungen mit 68 Prozent, gefolgt von Logistik, mit 48 Prozent, Hotels mit 24 Prozent, sowie Health Care und Seniorenimmobilien mit 16 Prozent. Zudem habe die Attraktivität von Infrastrukturprojekten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgenommen: Lediglich 16 Prozent der befragten Versicherer (2016: 30 Prozent, 2015: 35 Prozent) planen demnach laut Studie noch entsprechende Investitionen.
"Im Einzelhandelssegment sehen die Befragten zwar weiterhin einen gewissen Druck durch den E-Commerce", kommentiert Dietmar Fischer, Studienautor und Partner bei EY Real Estate. Aber: "Inzwischen haben sich viele Händler gewandelt und gut auf den Wettbewerb eingestellt."
"Trotz steigender Preise zählen Immobilieninvestments weiter zu den Anlageklassen, die in der Assekuranz am stärksten ausgebaut werden", ergänzt Fischer. Demnach würden fast alle Befragten (96 Prozent) auf Immobilien innerhalb Deutschlands setzen, was einem Plus von acht Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspreche. Nordamerika (38 Prozent) und Asien (27 Prozent) haben laut Ernst & Young zwar in ähnlichem Umfang an Attraktivität gewonnen, bleiben aber in ihrer Bedeutung hinter Deutschland sowie den europäischen Kernregionen auf Rang drei und vier. "Fast überall stehen die etablierten Märkte im Fokus. Es ist eine Rückbesinnung auf mehr Sicherheit", betont Fischer.
Daher verwundert es kaum, dass das durchschnittliche Investitionsvolumen mit 369 Mio. Euro in diesem Jahr (117 Mio. Euro indirekt / 242 Mio. Euro direkt) nach den Analysen der Studienautoren auf weiterhin hohem Niveau bleiben. Allerdings scheinen die Versicherer sich derzeit kaum von ihrem Immobilienbestand trennen zu wollen. Demnach ist das durchschnittliche Verkaufsvolumen in diesem Jahr laut Ernst & Young auf 181 Mio. Euro gesunken.
Dabei scheint allerdings nicht nur Immobilienqualität eine wesentliche Rolle zu spielen. Auch die Investitionsprozesse der Versicherer wandeln sich infolge neuer digitaler Technologien, konstatieren die Studienautoren. "Die Unternehmen rechnen mit mehr Effizienz zum Beispiel bei der Diversifikation ihrer Immobilien. Stichworte sind hier Big Data und eine bessere Informationsgrundlage", betont Fischer. (vwh/td)
Bildquelle: birgitH / PIXELIO (www.pixelio.de)
Ernst & Young · Immobilien
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