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Syntellix-Intrige? Maschmeyer weist Vorwürfe zurück

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein vor Weihnachten geschlossener Burgfriede ist gescheitert, die juristischen Scharmützel gehen weiter. Carsten Maschmeyer und Utz Claasen sind so etwas wie Intimfeinde, seitdem sie sich als Investoren bei der Medizintechnikfirma Syntellix überworfen haben. Nun kommt eine Episode hinzu, die das Zeug zum Wirtschaftskrimi hat. Es geht auch um die Frage, ob es in der medizinischen Forschung immer korrekt und neutral zugeht.
Die Firma Syntellix hat nach Angaben der Süddeutschen Zeitung Strafanzeige gegen zwei Ärzte gestellt, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. 2014 untersuchten die Mediziner Reinhard M. und Martin P. in einer angeblichen Pilotstudie den Einsatz von Syntellix-Produkten in der Handchirurgie. Mutmaßlich am Ortenau-Klinikum in Offenburg, wo M. damals als Chefarzt arbeitete. Das Ergebnis fiel für Syntellix negativ aus. Bei Patienten sei es zu "Gas- und Knochenzystenbildung" gekommen.
Im Nachhinein sei der Wert der Expertise fragwürdig und umstritten. Syntellix wirft den Autoren in der Strafanzeige massive Verletzungen der geltenden Standards vor. So sei weder das für medizinische Studien notwendige Votum der zuständigen Ethik-Kommission eingeholt, noch sei die Untersuchung korrekt in einer der einschlägigen wissenschaftlichen Datenbanken registriert worden. Inhaltlich hätten die Autoren unterschlagen, "dass alle Patienten geheilt wurden und keine klinischen Probleme auftraten".
Während die Staatsanwaltschaft Offenburg prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren einleitet, wehrt sich der bei der Studie federführende Mediziner Reinhard M. gegen die Vorwürfe: "Untersuchung und Publikation sind fachgerecht und erfolgten aus wissenschaftlichem und ärztlichem Interesse", teilte er mit. Die Arbeit sei vor ihrer Veröffentlichung "durch zwei unabhängige und dem Autor namentlich nicht bekannte Gutachter" bewertet worden.
Claasen seinerseits vermutet Maschmeyer hinter der Intrige - im Verbund mit dem US-Konkurrenten Arthrex. Die fragwürdige Expertise sei "Bestandteil einer systematischen, breit angelegten Marodierungskampagne" gegen Syntellix, heißt es in der Strafanzeige. Maschmeyer, so Claassens Credo, wolle Syntellix plattmachen, nachdem er sich die Firma nicht unter den Nagel habe reißen können.
Ein Maschmeyer-Sprecher wies alle Vorwürfe zurück. Man kenne "weder die beiden Ärzte noch die Studie". Reinhard M. versichert: "Es bestanden und bestehen keine wirtschaftlichen Interessen oder Abhängigkeiten jedweder Art" gegenüber Arthrex oder Maschmeyer. Zu mehr wollen sich die Mediziner "aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Befassung" nicht äußern. (vwh/mst)
Bild: Carsten Maschmeyer (Quelle: www.carsten-maschmeyer.de)
Carsten Maschmeyer
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