Köpfe & Positionen

"Der Ratenverfall in den letzten Jahren ist deutlich"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Kunstmarkt schläft nicht. Daher halten auch die Kunstversicherer immer mindestens ein Auge offen und beobachten den sich ständig verändernden Markt, immer zur Reaktion bereit. Im Exklusiv-Interview mit VWheute spricht Kai Kuklinski, Global CEO Axa Art, über Wettbewerbs- und Margendruck sowie veränderte Kundenerwartungen. Trotz "unterschiedlicher Entwickungen" ist sein Ausblick dennoch positiv.
VWheute: Wie hat sich der Kunstmarkt und die Kunstversicherung in den letzten elf Jahren entwickelt – und wohin geht die Entwicklung?
Kai Kuklinski: Die Entwicklung des Kunsthandels hat in den vergangenen Jahren nach der Finanzmarktkrise insgesamt kontinuierliche Umsatzsteigerungen gezeigt, auch wenn diese nach Segmenten unterschiedlich ausgefallen sind. Die Prognose ist übergreifend weiterhin positiv, allerdings gibt es unterschiedliche Entwicklungen in den Subsegmenten des Kunsthandels.
Dementsprechend ist auch die Entwicklung im Kunstversicherungsmarkt zu sehen, da diese sich unter anderem auf die versicherten Werten beziehungsweise den Marktwerten bezieht. Allerdings ist der Ratenverfall in den letzten Jahren deutlich und führt in Teilsegmenten der Kunstversicherung auf vergleichbarer Basis zu insgesamt stagnierenden oder sogar leicht rückläufigen Umsatzentwicklungen. Zudem hat sich insbesondere im Bereich des internationalen institutionellen und Ausstellungsgeschäfts die angebotene Versicherungskapazität erhöht, also die Wettbewerbsintensität erhöht. Kurzfristig ist keine Trendumkehr in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu erwarten.
VWheute: Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als großer Kunstversicherer aktuell, welche Entwicklungen bereiten Ihnen Sorgen und welchen Trends sehen Sie mit Freude entgegen?
Kai Kuklinski: Den Wettbewerbs- und Margendruck hatten wir bereits erwähnt, der in manchen Bereichen inzwischen zu nicht mehr bedarfsgerechten Prämien führt. Dies kann im Schadenfalle für den Kunden zu unerfreulichen Entwicklungen führen. Dies beobachten wir als führender Spezialversicherer, der die Kundenbedürfnisse und den Erhalt von Kunst und Kulturgut in den Vordergrund stellt, durchaus mit Sorge. Der Preis sollte nicht der Hauptgrund für die Auswahlentscheidung sein, sondern auch die Kompetenz eines Versicherers und dessen Positionierung als Partner des Kunden.
VWheute: Was wünschen sich die Kunden?
Kai Kuklinski: Gefragt sind immer mehr umfassende und flexible sowie internationale Lösungen, die auf die modernen Lebensstile zum Beispiel von vermögenden Kunden, die neben der Absicherung von Kunst auch auf andere Bedürfnisse zugeschnitten sind. Von herausragender Expertise bis zur globalen Aufstellung, Schnelligkeit, Flexibilität und mehrwertschaffenden Services - die Ansprüche von Kunden steigen auf jeder Ebene und wir freuen uns, maßgeschneiderte Absicherungslösungen anbieten zu können.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Kai Kuklinski (Quelle: Axa Art)
Kunstversicherung · Interview · Axa Art · Kunstversicherer · Kai Kuklinski
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