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Norwegischer Versicherer und Munich Re haften für Londoner Großbrand

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es sind Bilder wie aus einem Kriegsgebiet. Im westlichen London, rund vier Kilometer vom Hyde-Park entfernt, wütete in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni im 24-stöckigen Grenfell Tower ein Großfeuer. In den 120 Wohnungen kam es zu Todesfällen und dutzenden Verletzen. Der Versicherer Protector Forsikring ASA hat sich bereits zum Unglück geäußert, die Munich Re wird wohl als Rückversicherer einspringen müssen.
Eingeschlossene Menschen schreien verzweifelt um Hilfe, einige sollen laut Augenzeugen aus dem brennenden Gebäude gesprungen sein, Trümmerteile flogen umher – es sind Bilder, die verängstigen und an 09/11 erinnern. Einen Terroranschlag schlossen die Behörden allerdings aus. Die nackten Zahlen bestätigen die Tragödie: Mindestens 17 Menschen sollen umgekommen sein und unter den rund 80 Verletzten befinden sich nach vorläufigen Zahlen 20 in einem kritischen Zustand. Es ist laut Behörden gut möglich, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöht.
Der Versicherer Protector Forsikring drückt in einer Stellungnahme seine Teilnahme für die Opfer aus und bestätigt den Versicherungsschutz. Die Höhe des Schadens soll sich für den Versicherer selbst in der Größenordnung von 31 Mio. Euro bewegen. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Rückversicherer Munich Re, für die weiterführenden Kosten aufkommen wird. Der Protector CEO, Sverre Bjerkeli, sagte gegenüber Reuters: "Die Rückversicherung wird von Munich Re gehandhabt, die nahezu die gesamten Kosten tragen werden." Die Münchener haben sich bisher noch nicht geäußert.
Für die Haftung könnten eventuell nicht eingehaltene Verpflichtungen beim Brandschutz wichtig werden. Der Tower wurde zuletzt im Vorjahr saniert, die Baufirma Rydon bestätigte bereits, dass dabei die Sicherheitsstandards eingehalten worden sein. Die Brandursache ist zwar noch unklar, allerdings haben bereits mehrere Brandexperten harte Kritik daran geübt, dass die Fassade nicht feuerfest gewesen ist. Der britische Experte John Hall vermutete über Twitter, dass "sämtliche Teile der Feuersicherheit und des Gebäudemanagements" versagt haben. (vwh/mv)
Bild: Feuer im Grenfell Tower, London (Quelle: dpa)
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