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Lebensparte der Arag wird wohl im Juni verkauft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Über den Verkauf der Arag Lebensversicherung an die Frankfurter Leben-Gruppe wird die Aufsicht voraussichtlich noch im Juni entscheiden. Diese Zuversicht hat Arag-Vorstandchef Paul-Otto Faßbender. "Die Maßnahmen und Prozesse laufen so, wie sie sollten, so dass wir optimistisch sind, bei einer entsprechenden Genehmigung durch die Bafin zügig den Verkauf der Arag Leben abzuschließen", sagte er in der Bilanzpressekonferenz.
Er ist sich sicher, dass die Neuaufstellung die Gruppe "klar stärken" werde und der Wegfall von rund 214 Mio. Euro Leben-Prämie bis spätestens 2020 aufgeholt ist. "Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt und eine gute, belastbare Lösung geliefert, die in den Auswirkungen den Konzern bereits mittelfristig stärken wird", so Faßbender. Das freiwerdende Kapital soll investiert werden - etwa in Digitalisierungsprojekte oder möglicherweise auch Zukäufe von Rechtsschutzbeständen.
Im SFCR-Gruppenbericht, der am 1. Juli 2017 veröffentlicht wird, drückt Leben noch die Solvabilitätsquote: Erwartet wird eine Bedeckungsquote von „deutlich klar“ über 200 Prozent mit Übergangsmaßnahmen; ohne diese sollen es immer noch mehr als 150 Prozent sein. 2017 sei der SFCR-Gruppenbericht dann aber ohne Arag Leben. Ohne Übergangsmaßnahmen hat der Lebensversicherer eine Solvenzquote von 43 Prozent.
Zusätzliches Kapital habe man der Arag Leben nicht zugeführt, sagte Finanzvorstand Werner Nicoll. Zu Fragen nach einer weitergehenden Haftung der Gruppe für die Arag Leben sagte Nicoll, dass der Run-Off im Wege des Verkaufs des gesamten Unternehmens stattfindet. Versicherungsnehmer hätten Verträge mit dem Unternehmen Arag Leben geschlossen.
Das Geschäftsjahr 2016 lief umsatz- und ertragsmäßig leicht besser als zuletzt im Dezember kundgetan. Und im ersten Halbjahr 2017 ist die Gruppe um voraussichtlich drei Prozent auf 937,5 Mio. Euro Beitrag gewachsen; ohne das Lebensversicherungsgeschäft hätte das Plus fünf Prozent betragen. Der heimische Rechtschutz legte um 5,1 Prozent zu.
Sorgen machen den Düsseldorfer die Schadenfälle aus dem VW-Abgasskandal und den Prozessen um die fehlerhaften Widerrufsbelehrungen bei Immobiliendarlehen. Diese Sachverhalte avancieren zu Rekord-Masseschäden. Nachdem der Automobilkonzern über ein Jahr nicht entsprechend nachgebessert habe, erteile man den Versicherten nun bei Klagen die Deckungszusage, sagte Vorstand Hanno Petersen. Es gebe bereits 1.040 Deckungszusagen in Deutschland und weitere 400 in Europa.
"Täglich kommen fünf weitere hinzu", so Petersen. Er rechnet mit insgesamt 2.000 Fällen, die den Rechtsschutzversicherer zwischen sechs und 15 Mio. Euro kosten werden. Bei den fehlerhaften Widerrufsbelehrungen der Banken habe man inzwischen 7.000 Deckungszusagen erteilt. Gerechnet wird hier mit einem Schaden von 20 Mio. Euro. (lie)
Bild: Arag-Vorstandschef Paul-Otto Faßbender auf der Bilanzpressekonferenz des Rechtsschutzversicherers. (Quelle: lie)
ARAG · Paul-Otto Faßbender
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