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Versicherer setzen zunehmend auf Aktienrückkäufe

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Aktienrückkäufe erfreuen sich bei den Versicherern offensichtlich zunehmender Beliebtheit. Das einhellige Ziel: Den eigenen Kurs in die Höhe zu treiben. Allerdings scheinen auch Anleger solche Programme als Dividendenersatz durchaus zu schätzen, berichtet das Handelsblatt. Ganz vorne mit dabei sind demnach vor allem die Allianz und die Munich Re.
"Ich hasse Aktienrückkäufe", soll Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte laut Bericht einmal gesagt haben. Von dieser Aussage scheint er nun - zumindest offiziell - abgerückt zu sein. Insgesamt drei Mrd. Euro will der Münchener Versicherer nach eigenen Angaben zurückkaufen, denn "wir sind mehr wert als der Aktienkurs zeigt und deshalb investieren wir in uns selber", begründete er das Kaufprogramm auf der Jahresbilanzpressekonferenz im Februar 2017.
Seitdem habe die Allianz bereits rund 8,5 Millionen Aktien im Wert von 1,5 Mrd. Euro zurückgekauft. Gleichzeitig hält der Allianz-Chef auch weiterhin an seinem Ziel von Unternehmensübernahmen fest. Jüngstes Lieblingsziel ist der deutsch-französische Kreditversicherer Euler Hermes, an dem die Allianz bereits Anteile von 63,9 Prozent hält. Bereits Anfang des Jahres machten Übernahmegerüchte des australischen Versicherers QBE sowie des italienischen Rivalen Generali die Runde.
"Auch wenn Größe allein nicht genügt, so verspricht die Zusammenführung von Unternehmen in aller Regel eine Steigerung der Effizienz und eine Senkung der Kosten durch die Hebung von Synergiepotenzialen”, weiß DAX-30-Kenner und M&A Jurist Jochen Reichert.
Jedenfalls gewinnen Aktienrückkäufe auch bei anderen Versicherern in Europa zunehmend an Bedeutung. "Aktienrückkäufe und Übernahmen sind die verfügbaren Top-Optionen für die Unternehmen", wird Antonello Aquino, Manager von Moody's, im Handelsblatt zitiert. So greife auch die Munich Re bereits seit zehn Jahren auf dieses Kapitalmarktinstrument zurück, heißt es weiter. Allein in den nächsten Monaten soll laut Bericht wieder eine Milliarde Euro für Rückkäufe reserviert worden sein.
Die Kurschancen der beiden Münchener Versicherungskonzerne werden nach Analysten-Meinung jedenfalls als gut eingeschätzt. So hatte die US-Bank JP Morgan laut Bericht ihr Kursziel für die Allianz bereits Anfang Juni auf 218 Euro angehoben. Zudem könne sich die kanadische RBS Capital bei der Munich Tre einen Kursanstieg auf 205 Euro vorstellen, was einem Plus von knapp 28 Euro entspreche.
Damit machen es die beiden Münchener Versicherer es auch vielen ihrer europäischen Konkurrenten gleich: So hatte die Baloise bereits Anfang April 2017 ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Beim Schweizer Rückversicherer Swiss Re stieß das jüngste Aktienrückkaufprogramm beim Anleger auf fruchtbaren Boden. Selbst der US-Versicherer AIG hatte sein Aktienrückkaufprogramm jüngst um bis zu 2,5 Mrd. US-Dollar erhöht. (vwh/td)
Bildquelle: Rainer Sturm / PIXELIO / (www.pixelio.de)
Allianz · Munich Re · Aktienrückkaufprogramm
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