Köpfe & Positionen

Schad: "Protektionismus ist ein erhebliches Risiko"

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Donald Trump sorgt nicht nur auf dem politischen Parkett für Turbulenzen. Auch Anleger sehen in einem möglichen "Protektionismus ein erhebliches Risiko für ihre Private-Equity-Renditen", glaubt Michael Schad von Coller Capital gegenüber VWheute. Keine Einigkeit herrsche allerdings bei der Frage, "ob sich die Änderungen der steuerlichen und regulatorischen Bedingungen in den USA positiv oder negativ für den Vermögensaufbau" auswirken.
VWheute: Cyberangriffe werden vor dem Hintergrund von "WannaCry" zu einem immer größeren Risiko. Mehr als die Hälfte der Private Equity Anleger rechnet damit, in den kommenden fünf Jahren Opfer einer Cyberattacke zu werden. Wie können sich diese Ihrer Meinung nach gegen diese Risiken schützen?
Michael Schad: LPs nehmen die Bedrohung durch Cyber-Attacken ernst, wobei mehr als die Hälfte von ihnen sich selbst mittelfristig als gefährdet sieht. Die LPs können sich dagegen in vielerlei Hinsicht schützen, angefangen von der Implementierung interner Sicherheitsprozesse und -systeme bis hin zur Hilfe durch externe Berater und dem Abschluss von Cyber-Versicherungen.
VWheute: Auch politische Risiken machen den Anlegern laut jüngstem Barometer immer mehr zu schaffen. Wie bewerten Sie die Auswirkungen der aktuellen US-Politik und des drohenden Brexit auf die derzeitigen Anlagestrategien?
Michael Schad: Die Veränderungen, die wir in den letzten Monaten in den USA gesehen haben, können zum Teil erklären, warum drei Fünftel der LPs glauben, dass Protektionismus ein erhebliches Risiko für ihre Private-Equity-Renditen ist. Allerdings gibt es keinen Konsens unter den LPs, ob die Änderungen der steuerlichen und regulatorischen Bedingungen in den USA positiv oder negativ für den Vermögensaufbau durch Private Equity sind. Trotzdem ist die Mehrheit der LPs optimistisch, was die langfristigen Private-Equity-Chancen in der Region betrifft.
VWheute: Viele Anleger glauben zudem, dass ihre Anlage-Programme durch die bessere Nutzung von Daten externer Anbieter optimiert werden könnten. Welche Rolle spielt Big Data in Zukunft für das Anlageverhalten?
Michael Schad: LPs haben heutzutage Zugang zu wesentlich detaillierteren Private-Equity-Daten und Informationen als je zuvor. Drei Viertel von ihnen sagen uns, dass die Nutzung dieser Daten ihr Portfoliomanagement verbessern könnte, und ein Drittel erwartet sogar, dass das Datenmanagement zur Steigerung der Private-Equity-Renditen beitragen kann. Ein Beispiel ist, dass durch die Verwendung von großen Datensätzen LPs in der Lage sind, das breite Universum von GPs besser zu überschauen, was ihnen bei der Fondsauswahl hilft.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.
Bild: Michael Schad ist Partner bei Coller Capital. (Quelle: Coller)
Private-Equity · Michael Schad
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