Schlaglicht

Bäte traut sich: Allianz will Euler Hermes ganz für sich

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wer nicht wächst, der stirbt. Oliver Bäte glaubt fest daran, dass sich in einem hart umkämpften Markt nur die Stärksten durchsetzen. Getreu diesem Motto soll der Allianz-Chef nun eine Komplettübernahme des deutsch-französischen Kreditversicherers Euler Hermes ins Visier genommen haben. Aktuell halten die Münchener 63,9 Prozent der Anteile. Für den Kauf der restlichen Papiere steht eine Summe von rund 1,5 Mrd. Euro im Raum.
Obwohl eine Entscheidung offiziell noch nicht gefallen ist, wittern Investoren einen Deal, berichtet das Handelsblatt. Der Kurs der in Paris notierten Euler Hermes-Aktien machte in den vergangenen Tagen einen Sprung, nachdem die Papiere seit Anfang des Jahres bereits kräftig zugelegt hatten. Analysten würden eine Übernahme positiv bewerten. Die Allianz ihrerseits könnte den Deal stemmen, ohne den laufenden Aktienrückkauf dafür abbrechen zu müssen.
"Auch wenn Größe allein nicht genügt, so verspricht die Zusammenführung von Unternehmen in aller Regel eine Steigerung der Effizienz und eine Senkung der Kosten durch die Hebung von Synergiepotenzialen", weiß DAX-30-Kenner und M&A Jurist Jochem Reichert.
Die Allianz scheint das erkannt zu haben. Schon heute arbeiten die Münchener mit dem größten Kreditversicherer der Welt eng zusammen. 2016 wies Euler Hermes einen konsolidierten Umsatz von 2,6 Mrd. Euro aus und versicherte global Geschäftstransaktionen im Wert von mehr als 880 Mrd. Euro. Das in Paris beheimatete Unternehmen ist in über 50 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.800 Mitarbeiter. Von Standard & Poor’s und Dagong Europe wird es mit einem Rating von AA- bewertet.
Für Bäte wäre die Euler-Hermes-Übernahme als erste große Akquisition in seiner mittlerweile über zwei Jahre andauernden Amtszeit ein wichtiger Markierungspunkt. Schon im Frühjahr war dem Münchener Konzern immer wieder konkretes Interesse an Zukäufen nachgesagt worden. Als Kandidaten wurden der australische Versicherer QBE und Teile der Generali gehandelt. (vwh/mst)
Bild: Oliver Bäte, CEO Allianz (Quelle: ak)
Allianz · Euler Hermes · Oliver Bäte
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