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Signal Iduna nimmt Insurtechs ins Visier

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Signal Iduna will in den nächsten fünf Jahren zwischen 50 und 100 Mio. Euro in strategische Beteiligungen investieren. "Gesucht werden Investitionen und Kooperationen, es gibt viele spannende Geschäftsmodelle und dies nicht nur im Versicherungsbereich", sagt Vorstandschef Ulrich Leitermann. "Wir gucken nach neuen Modellen, die zeigen, dass wir mehr sind als ein reiner Versicherer. Digitalisierung ist vor allem Service."
Die neu gegründete Signal Iduna Digital Venture soll sich an entsprechenden Start-ups beteiligen. Erster Fang ist die Partnerschaft mit der digitalen Versicherungsplattform Element, die sich momentan im Antragsprozess für den Erhalt einer Sachversicherer-Lizenz befindet. Die Zusammenarbeit mit Element soll die Entwicklung neuer Services vorantreiben und die Zeiträume in der Produktentwicklung drastisch verkürzen. Im Fokus stehen die Felder Cybersecurity und Sachversicherung.
Zudem baut die Gruppe ein Lab in Berlin und eine digitale Einheit in Dortmund auf, um den digitalen Wandel aus "Automatisierung und Prozessoptimierung sowie veränderten Kundenverhalten" voranzutreiben. "Veränderung wird die neue Normalität. Sie wird zum Dauerzustand. Es wird keine langen Phase von Ruhe und gleichmäßigem Arbeiten mehr geben“, prognostiziert Leitermann für die Zukunft der Branche in einem digitalisierten Umfeld.
Im Rahmen des eigenen Transformationsprozesses erneuert die Signal Iduna ihre IT-Struktur Leitermann komplett: 2016 wurden die Bestände der beiden Krankenversicherer auf ein System migriert. Bis Ende diesen Jahres sollen alle drei Systeme der Gruppe auf einem laufen. "Dann sind wir handlungsschneller – beispielsweise für Produkte wie Sioux App Drive", ergänzt Leitermann. Die eigene Ausschließlichkeit ist inzwischen technisch so ausgestattet, dass je nach Sparte zwischen 80 und 85 Prozent der Anträge elektronisch hereinkommen und von diesen wiederum zwischen 80 und 90 Prozent "dunkel" verarbeitet werden können.
Die Signal Iduna hat 2016 zwar ihr Gesamtvertriebsergebnis im zweiten Jahr in Folge um mehr als fünf Prozent gesteigert, die gebuchten Bruttobeiträge nahmen aber leicht um 0,3 Prozent auf 5,58 Mrd. Euro ab. Allein Kompost wuchs um 2,3 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro. Dass der rechnungsmäßige Überschuss vor Steuern um 15,3 Prozent auf 704,9 Mio. Euro zulegte, begründete Leitermann zum einen mit dem Wegfall von Restrukturierungskosten sowie den ersten Erfolgen des "Zukunftsprogramms 2018" und zum anderen mit einer geringeren Zinszuführung zu Pensionsrückstellungen durch die Änderung des HGB. Das Zukunftsprogramm sei auf der Zielgerade: Bis Ende 2018 werden 1.400 Stellen und jährliche Kosten von 140 Mio. abgebaut sein. Die Belegschaft verringerte sich 2016 bereits um 669 auf 11.300 Personen (inklusiv selbstständiger Außendienst).
Für die Gruppe nannte Leitermann eine vorläufige Solvency II-Quote von 429 Prozent. Die Solvency II-Bedeckungsquote für die Iduna Leben erreichte zum Jahresende 2016 382 Prozent inklusive Übergangsmaßnahmen; ohne Übergangsmaßnahmen sind es 109 Prozent. Im ersten Quartal 2017 legte die Beiträge nach Unternehmensangaben um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Das Gesamtvertriebsergebnis stieg um 6,0 Prozent. (lie)
Bild: Vorstand der Signal Iduna (Quelle: lie)
Signal Iduna · Ulrich Leitermann
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