Politik & Regulierung

ver.di sieht Arbeitgeber in der Pflicht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Vor dem Hintergrund der heute stattfindenden dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten in der Versicherungsbranche sieht die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Arbeitgeber in der Pflicht. "In den letzten Tagen haben mehrere tausend Versicherungsbeschäftigte mit ihrer Teilnahme an den Aktionen ein klares Zeichen gesetzt: Was die Arbeitgeber bisher anbieten, reicht keinesfalls", betont ver.di-Verhandlungsführer Christoph Meister.
"Die Versicherungsbranche steht vor großen Veränderungsprozessen. Ich erwarte von den Versicherungsarbeitgebern, dass sie sich gerade in dieser außergewöhnlichen Situation ihrer sozialen Verantwortung für ihre Beschäftigten stellen", ergänzt der Bundesvorstand von ver.di. So erwarte er von den Arbeitgebern auch konkrete Aussagen zu dem von ver.di in die Verhandlungen ein-gebrachten Entwurf für einen Zukunftstarifvertrag Digitalisierung sowie die Bereitschaft Transformationsregelungen auf dem Weg in eine digitalisierte Zukunft für die Beschäftigten der Branche zu verhandeln.
Der AGV hatte in der zweiten Verhandlungsrunde Anfang Mai ein erstes Angebot vorgelegt: Drei Jahre Laufzeit und eine lineare Anhebung um 1,1 Prozent zum 1. November 2017, ein Prozent zum 1. November 2018 und 0,9 Prozent zum 1. November 2019. Das würde nicht mal die Inflation ausgleichen, kommentiert ver.di. "Das ist angesichts der guten Geschäftsergebnisse in 2016 und den Prognosen für das Geschäftsjahr 2017 völlig unannehmbar. Die ver.di-Verhandlungskommission hat das Angebot daher auch zurückgewiesen und den Arbeitgeberverband aufgefordert, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen", erklärte die Gewerkschaft.
AGV-Vorsitzender Andreas Eurich entgegnere jedoch: "Dieses Angebot ist dadurch motiviert, dass wir eine hohe Vorbelastung für das Jahre 2017 haben. Jeder Versicherungsangestellte hat aufgrund des letzten Tarifabschlusses in diesem Jahr schon 1,5 Prozent mehr Tariflohn als im Jahr 2016 'in der Tasche', weil die letzte Tarifanhebung – 2,1 Prozent ab 1. Oktober 2016 – drei Monate vor Jahresende erfolgte. Deshalb wollen wir die Monate April bis Oktober 2017 ohne Tariferhöhung halten."
Die dritte Verhandlungsrunde findet heute ab 14 Uhr in einem Hamburger Privathotel statt. (vwh/td)
Bilder: Verdi-Aktivisten demonstrieren am Axa-Standort in Düsseldorf (Quelle: Verdi)
Verdi · Streik
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