Märkte & Vertrieb

Versicherer zeigen vermeintlich grünen Daumen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Union Investment hat institutionelle Anleger zu nachhaltigem Vermögensmanagement befragt. Das Engagement der Versicherungswirtschaft kann sich im Vergleich zu anderen Unternehmen sehen lassen: 38 Prozent ihrer Anlagen sind nachhaltig. Einen Ausstieg aus der nachhaltigen Vermögensanlage können sich Dreiviertel der Befragten nicht mehr vorstellen.
65 Prozent der befragten Versicherungsunternehmen berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei ihren Anlageentscheidungen, das zeigt eine Studie von Union Investment. Mehr Nachhaltigkeitsbewusstein zeigen nur Stiftungen und Kirchen mit 77 Prozent und Kapitalanlagegesellschaften mit 90 Prozent. Großunternehmen und Kreditinstitute bekannten sich nur zu 52 bzw. 45 Prozent zu Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage.
Überzeugungstäter suchen Transparenz
Hauptkritik an angebotenen nachhaltigen Kapitalanlagen ist ihre Intransparenz, 62 Prozent der Befragten bemängeln dies. An zweiter Stelle genannt wurde mit 56 Prozent, dass sie das notwendige Rendite-Risiko-Profil nicht abbildeten. 51 Prozent der institutionellen Anleger kritisieren ein zu enges oder falsches "Anlageuniversum". Als Überzeugungstäter zeigen sich 86 Prozent der Versicherer, den Studien-Durchschnitt von 77 Prozent schlägt die Assekuranz deutlich.
Ihre Kenntnisse zu nachhaltiger Kapitalanlage stufen 41 Prozent der Versicherer in der Studie als gut oder sehr gut ein, die Branche liegt damit knapp unter dem Durchschnitt aller Befragten von 42 Prozent.
UN-Nachhaltigkeitsziele unbekannt
Eine Auswahl nachhaltiger Assets trifft die große Mehrheit von 89 Prozent der Befragten anhand von Ausschlusskriterien aus. Mit Nachhaltigkeit verbinden 64 Prozent der institutionellen Anleger ökonomische Kriterien stark oder sehr stark, gleich gefolgt von ethischen (63 Prozent) und sozialen Kriterien (62 Prozent). Ökologische Kriterien werden hingegen nur von 56 Prozent der Befragten in starkem oder sehr starkem Bezug zu Nachhaltigkeit genannt.
Angesprochen auf die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bekennen allerdings zwei Drittel aller institutionellen Anleger  eine geringe oder sehr geringe Kenntnis ihrer Inhalte. Dementsprechend berücksichtige nur 27 Prozent der Versicherer SDGs, mehr als der Durchschnitt von 20 Prozent.
Beim Marktausblick auf die nachhaltige Kapitalanlage beweisen die Versicherungswirtschaft Optimismus: 59 Prozent der Befragten erwarten eine positive Marktentwicklung, so viel wie keine andere Branche.
Für ihre Studie hat Union Investment 204 institutionelle Anleger in Februar und März 2017 per Telefon befragt, 34 der Interviewten entstammte Versicherungsunternehmen. (vwh/de)
Bildquellen: Maria Lanznaster / PIXELIO
Nachhaltigkeit · Union Investment · Nachhaltige Geldanlage
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