Politik & Regulierung

Milliardenschäden durch Raucher

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"Rauchen gefährdet die Gesundheit" - dieser Hinweis ziert bereits seit Jahren die entsprechenden Zigarettenschachteln. Passend zum Weltnichtrauchertag präsentierten das Bundesgesundheitsministerium und das Statistische Bundesamt entsprechende Zahlen über die Auswirkungen des Nikotin-Konsums auf die Volkswirtschaft. Allein 80 Mrd. Euro kostet der Qualm die deutsche Volkswirtschaft.
Davon entfallen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums rund 25,4 Mrd. Euro auf das deutsche Gesundheitswesen. Satte 53,7 Mrd. Euro gehen dabei für Produktionsausfälle und Frühverrentung drauf, heißt es aus dem Ministerium weiter. Mit vergleichbaren Zahlen wartet auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem einem aktuellen Bericht zum weltweiten Tabakkonsum.
Demnach gehen die Gesundheitsexperten davon aus, dass derzeit rund sieben Millionen Menschen jährlich durch die Folgen des Nikotinkonsums sterben - Tendenz steigend. So rechnen die Experten der WHO damit, dass sich die Zahl der Toten durch Tabakkonsum im Laufe dieses Jahrhunderts noch auf eine Milliarde weltweit summieren könnte. Mit beachtlichen Folgen für die Weltwirtschaft: So könnten sich die Folgekosten nach Berechnungen der Gesundheitsexperten demnach auf mehr als 1,4 Bio. US-Dollar (1,25 Mrd. Euro) belaufen. Das sind 1,8 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts.
So verzeichnete das Statistische Bundesamt allein im Jahr 2015 insgesamt 449.804 Patienten (267.308 Männer und 182.496 Frauen), die aufgrund von raucherspezifischen Folgeerkrankungen in den deutschen Krankenhäusern behandelt werden mussten. Dabei waren nach Angaben der Statistiker allein 208.062 Fälle auf einen Lungen- und Bronchial-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs, sowie 241.742 Fälle auf eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zurückzuführen. Das durchschnittliche Behandlungsalter dieser Patienten betrug bei Lungen- und Bronchialkrebs 66,5 Jahre sowie bei COPD 70,5 Jahre.
Dabei zählten diese Erkrankungen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2015 zu den zehn häufigsten Todesursachen. Mit 45.224 Todesfällen lag der Lungen- und Bronchialkrebs an vierter Stelle, die COPD mit 31.073 Gestorbenen auf Rang sechs.
Zudem beleuchtete die Weltgesundheitsorganisation erstmals auch die Folgen auf die Umwelt. Demnach seien die Hinterlassenschaften des Rauchens auch die häufigste Art von Abfällen rund um den Globus. Diese enthalten nach den Berechnungen der WHO "mehr als 7.000 giftige chemische Produkte, die die Umwelt vergiften, darunter auch krebserregende Stoffe". Zudem gehe pro 300 Zigaretten jeweils ein Baum verloren. (vwh/td)
Bildquelle: Illustration Marcus Stark / PIXELIO (www.pixelio.de)
Bundesgesundheitsministerium · WHO · Raucher
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