Politik & Regulierung

Pflegebetrug: Behörden vermuten bundesweites Netzwerk

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach Erkenntnissen der deutschen Ermittlungsbehörden stehen derzeit rund 230 ambulante Pflegediensten aus dem russisch-eurasischen Raum im Verdacht, ein bundesweites System zum Abrechnungsbetrug aufgebaut zu haben. Dies gehe dem Abschlussbericht einer Sonderermittlungsgruppe von Bundeskriminalamt (BKA) und dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hervor, der dem Bayerischen Rundfunk (BR) und der Welt vorliege.
Zudem gehen die Behörden laut BR-Bericht davon aus, dass einige der 230 Pflegedienste Verbindungen zur Organisierten Kriminalität haben könnten. Dazu gehörten zum Beispiel der Verdacht wegen der Einrichtung von Scheinfirmen im In-und Ausland, wegen des Verdachts der Geldwäsche oder enger Verflechtungen zur Glücksspielbranche, berichtet der Sender weiter. Unter ehemaligen Firmenbetreibern sollen zudem Personen sein, die von den Behörden in anderem Zusammenhang als Auftragsmörder verdächtigt würden.
Regionale Schwerpunkte seien nach Erkenntnissen der Ermittler vor allem Nordrhein-Westfalen und Berlin. So hätten allein in diesen Bundesländern 141 "phänomenrelevante Unternehmen" ihren Sitz. Danach folgen laut Bericht Niedersachsen (17 Pflegedienste), Brandenburg (14) und Bayern (13). "Es zeichnet sich ein System ab, in welchem von Berlin ausgehend deutschlandweit ein Netzwerk von Pflegedienstunternehmen eingerichtet und betrieben wird, welches mit mehreren Varianten des Abrechnungsbetruges, der Hinterziehung von Abgaben und Steuern und daraus folgender Geldwäsche vorgeht und eine ganze Wirtschaftsbranche beschädigt", zitiert der BR aus dem Abschlussbericht 'Curafair' vom 5. Mai 2017. (vwh/td)
Bildquelle: Karl-Heinz Laube / PIXELIO (www.pixelio.de)
Krankenkassen · Pflegebetrug
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