Politik & Regulierung

Hufeld: "Extremer Wildwuchs alter Systeme"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Angesichts der zunehmenden Digitalisierung stehen auch die aktuellen IT-Systeme der Versicherer auf dem Prüfstand. Das Problem: "Es gibt – wie auch bei den Banken – einen extremen Wildwuchs alter Systeme", kritisiert Bafin-Präsident Felix Hufeld. Dadurch sei "in Sachen Betriebssicherheit oder auch Verlässlichkeit der Ergebnisse eine kaum mehr händelbare Komplexität" entstanden.
"Vielleicht ist hier die Versicherungswelt sogar noch etwas anfälliger als die Banken: Es gibt eine enorme Bandbreite von Tarifen und Konditionen. Nicht nur die laufenden sondern auch geschlossene Vertragsbestände müssen ja weitergeführt werden. Ich vermute, dass wir auch deshalb eine gewisse Störanfälligkeit haben", konstatiert der Bafin-Chef in einem Interview mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV).
Gleichzeitig geht der Chefaufseher nicht davon aus, dass IT-Altsysteme sicherer seien. "Es geht weniger um das Gekapselte oder das Alte sondern um die Komplexität, die über die Jahre in den Häusern entstanden ist. Zudem müssen Versicherer sich ja heute ganz anderes vernetzen: per Internet-Applikationen jeglicher Art und Güte, egal ob an der Kundenschnittstelle oder mit Dienstleistern im Back-Office-Bereich", betont Hufeld.
Mit Blick auf die aktuellen Cyberrisiken kann der Bafin-Präsident "zunächst einmal keine grundsätzlich andere Bedrohungslage erkennen, zumindest theoretisch. Wenn ein Versicherer keine Schäden mehr abwickeln kann, weil die Daten gelöscht oder verschlüsselt sind, bedeutet das ein großes Erpressungspotenzial. Abgesehen davon hat auch ein Versicherer ziemlich viel Cash." (vwh/td)
Bild: Felix Hufeld (Quelle: Frank Beer / Bafin)
GDV · BaFin · IT · Felix Hufeld
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