Schlaglicht

Provinzial NordWest sieht sich für Fusion gut gerüstet

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wenn heute Wolfgang Breuer die voraussichtlich guten Bilanzzahlen 2016 der Provinzial NordWest präsentiert, wird auch das Thema Konsolidierung oder gar Fusion im Lager der Sparkassen-Versicherer wieder mal zur Sprache kommen. Der Chef des westfälischen Versicherers mit Sitz in Münster hat es in den letzten zweieinhalb Jahren geschafft, die Gruppe grundlegend zu modernisieren, finanziell zu stärken sowie strategisch für die digitale Welt fit zu machen.
Die 2016er-Zahlen dürften den Anspruch bestätigen, dass die Münsteraner ein gewichtiges Wort bei allen künftig möglichen Fusions-Verhandlungen mitzureden haben. Wie zu hören ist, wurde das Geschäftsjahr 2016 im Wesentlichen durch ein ordentliches Beitragswachstum in den Sachsparten und eine deutliche Stärkung der Finanzkraft geprägt. Interessant dürfte sein, wie der Versicherer die zahlreichen regionalen Naturkatastrophen des letzten Jahres überstanden und verkraftet hat.
Der 55-jährige Vorstandschef kann aus einer Position der Stärke heraus dem Thema einer Konsolidierung unter den öffentlichen Versicherern begegnen. Er selbst sieht das alles erstaunlich realistisch und weiß, dass notwendige Veränderungen kaum an den Grenzen des Geschäftsgebietes der Provinzial Nordwest halt machen werden.
Befeuert werden die Fusionsgerüchte auch durch die neue Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Liane Buchholz, die zwar "aus Trägersicht hektische Aktivitäten" verneint hat, aber die Konsolidierungsmöglichkeiten weiter intensiv prüfen will. Im Vergleich zu den Wettbewerbern gebe es deutliche Nachteile. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch die CEOs anderer Sparkassenversicherer das Thema Fusion gar nicht erst in Abrede stellen. Nur das Wann und das Wie sind noch nicht klar.
Spannend dürfte auch die Beantwortung der Frage sein, welche greifbaren Ergebnisse das vor rund zwei Jahren von Breuer vollmundig angekündete „größte Konzern-Strategieprojekt in der Unternehmensgeschichte "NordWest 2018 - Stark für unsere Regionen" bis heute gebracht hat. Die Provinzial will damit nach eigenen Angaben ihre Zukunftsfähigkeit festigen, um die Stärken als regionaler Marktführer mit überdurchschnittlicher Kundenzufriedenheit weiter ausbauen zu können.
Der westfälische Regionalversicherer ist zudem auch ein Schwergewicht unter den Sparkassenversicherungen. Im Geschäftsjahr 2015 wurden 4,1 Mrd. Euro Beitragseinnahmen bei rund 9,6 Millionen Verträgen verbucht. Für den Konzern arbeiten rund 6.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innen- und Außendienst.
Seine gesetzlichen Hausaufgaben jedenfalls hat Breuer gemacht. Die aufsichtsrechtlichen Solvenzquoten sind weitestgehend auf hohem Niveau. So erreichte die Holding 351 Prozent, die Westfälische Provinzial 294 Prozent, die Provinzial Nord Brandkasse (Kiel) 182 Prozent, die Provinzial NordWest Leben 355 Prozent und die Hamburger Feuerkasse 291 Prozent. (wo)
Bild: Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender der Provinzial Nordwest (Quelle: wo)
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Die Koalitionspartner von CDU/CSU und SPD raufen sich diese Woche noch einmal zusammen, um das letzte große Rentenpaket zu verabschieden. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG), die Ost-West-Rentenangleichung und die Verbesserung bei den Erwerbsminderungsrenten stehen zur Verabschiedung an. Der Wirtschaftsausschuss diskutiert zudem in einer Verbändeanhörung die Umsetzung der IDD-Richtlinie.
"Digitalisierung führt zu einer Reduzierung der benötigten Arbeitskräfte in der Versicherungswirtschaft", glaubt Stefan Knoll, Chef und Gründer der Deutschen Familienversicherung im Exklusiv-Interview mit VWheute. "In unserer Branche werden Arbeitsplätze wegfallen, die in anderen Branchen wieder entstehen. Insgesamt stehen wir jedoch vor dem größten Umbruch des Arbeitsmarktes seit der industriellen Revolution", prognostiziert Knoll.
Experten schätzen das das weltweite Prämienvolumen von Cyber-Policen auf derzeit rund 3,5 Mrd. Dollar – auch angesichts jüngster Attacken wie "Wanna Cry". Jean-Jacques Henchoz, Europa-Chef des Rückversicherers Swiss Re sieht in der zunehmenden Cyberkriminalität jedoch “kurzfristig noch keine Wachstumsgeschichte”. Das Problem aus Sicht des Managers: die "komplexen Thematik".
Provinzial Nordwest · Wolfgang Breuer
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