Märkte & Vertrieb

Alibaba-Tochter verschenkt Krankenversicherung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bis zu 260 Euro KV-Deckung erhalten Nutzer des mobilen Bezahldienstes Alipay kostenlos, wenn sie hinreichend viele Transaktionen tätigen. Rund 13 Millionen Versicherungsnehmer gewinnt die Ant Financial Services, Teil von Asiens größter Handelsplattform Alibaba, bereits kurz nach Markteinführung. Zeitgleich mit dem neuen KV-Angebot ist Alipay erstmals auch in den deutschen Markt vorgestoßen.
13 der 450 Mio. Alipay-Nutzer haben innerhalb der ersten 20 Tage nach Start der kostenlosen Krankversicherung das Angebot abgerufen, berichtet das Nachrichtenportal Technode. Das Risiko trägt Versicherer Taikang. Versichern können sich Nutzer unter 60 Jahren, für jede Offline-Zahlung aus ihrer virtuellen Alipay-Geldbörse erhalten sie eine gewisse Deckungssumme. Bis auf ein Maximum von 2.000 Renminbi (rund 260 Euro) kann diese ansteigen.
KV-Schutz ohne Gesundheitsprüfung
Der kostenlose Versicherungsschutz deckt ein Jahr lang 25 der häufigsten Krankheiten. Das Angebot aktivieren die Nutzer innerhalb der Alipay-App, wo sie auch Schäden melden und Diagnose- sowie Behandlungsnachweise hochladen können. Vor Abschluss der Versicherung müssen die Nutzer keine Gesundheitsprüfung absolvieren.
Der chinesische Online-Markt für die private Krankenversicherung befindet sich in einer Wachstumsphase, hat sich doch die Beitragseinnahmen innerhalb eines Jahres auf 3,18 Mio. Renminbi (rund 413 Mio. Euro) im Jahr 2016 nach Zahlen der Insurance Association of China verdoppelt, meldet Technode weiter.
Die meisten Nutzer entstammten der sogenannten "Post-90s generation", der Alterskohorte der zwischen 1989 und 2000-Geborenen. Diese zweite aufgrund der Ein-Kind-Politik als Einzelkind aufgewachsene Generation stellt für chinesische Online-Versicherer eine lukrative Zielgruppe dar. Schließlich wird den 90er-Kindern zugeschrieben, sie seien nicht nur IT-affin, sondern auch offen gegenüber der freien Marktwirtschaft.
Mit Alipay in die Drogerie
Neben dem KV-Markt könnte die neuee Police Alipay auch im Kampf um mobile Bezahldienste zum entscheidenden Sieg verhelfen, meinen Beobachter. Alipays Marktanteil belief sich im vierten Quartal des Jahres 2016 auf 54 Prozent. Die Konkurrenz, der Messaging-Dienstes WeChat von Internet-Unternehmen Tencent, kommt demnach auf 37 Prozent.
Seit April ist Alipay auch in Deutschland verfügbar, allerdings nur für chinesische Touristen. Bei der Drogeriemarkt-Kette Rossmann können diese nun mit ihrer virtuellen Geldbörse bezahlen. Die Zusammenarbeit, die Alipay in 2.000 Filialen deutschlandweit ermöglicht, hatte Rossmann Anfang April bekanntgegeben. (vwh/de)
Bildquelle: Ant Financial Services
Alibaba · Mobile Bezahldienste · Alipay
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