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DZ-Chefökonom: "EZB kostet uns 436 Mrd. Euro"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat bekanntlich nicht nur Freunde. Die DZ-Bank hat nun die finanziellen Folgen der Politik des billigen Geldes ausgerechnet. So habe der deutsche Sparer allein zwischen 2010 und 2016 etwa 344 Mrd. Euro an Zinseinbußen hinnehmen müssen, betont DZ-Bank-Chefökonom Stefan Bielmeier gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
"Und in diesem Jahr werden voraussichtlich noch einmal 92 Mrd. Euro hinzukommen. Das macht insgesamt sage und schreibe 436 Mrd. Euro", rechnet der Ökonom der DZ-Bank vor. "Man kann sagen: Sparer zahlen einen üppigen Teil der Rechnung für die lockere Geldpolitik der EZB", konstatiert Bielmeier.
Zudem setze die Geldpolitik der EZB "so etwas einen klassischen Fehlanreiz. Italien kann wegen der Unterstützung der EZB so weitermachen wie bisher, wirkliche Reformen haben dort in den vergangenen Jahren nicht stattgefunden. Darunter leiden die Menschen, die Arbeitslosigkeit ist hoch", erläutert der Chefvolkswirt der Genossenschaftsbank.
Kritisch geht Bielmeier zudem auch mit der Finanzpolitik des Bundes ins Gericht: "Die Neuverschuldung ist in Deutschland ja vor allem wegen der hohen Steuereinnahmen auf null zurückgefallen. Der Abbau bestehender Schulden ist dagegen sehr übersichtlich ausgefallen, weil die Regierung einen Teil des Geldes für Klientelpolitik wie die Rente mit 63 ausgegeben hat. Damit kann man nicht zufrieden sein", kritisiert der Ökonom im Interview mit der FAS. (vwh/td)
Bildquelle: I-vista / PIXELIO (www.pixelio.de)
EZB · Zinspolitik
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