Köpfe & Positionen

Versicherungsveteran Duperreault soll AIG retten

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Nachfolger von Peter D. Hancock wird Brian Duperreault, Chef des Bermuda-Versicherers Hamilton. Er erhält eine Einmalzahlung in Höhe von zwölf Mio. Dollar und ein Jahresgehalt von 1,6 Mio. Dollar. Zusatzlich zahlt AIG 40 Mio. Dollar an Hamilton, damit sie Duperreault freistellen. "Ich bin nicht hier, um das Unternehmen aufzuspalten. Ich bin gekommen, um AIG zum Wachstum zu bringen", sagt Duperreault, der über zwei Jahrzehnte für AIG arbeitete.
Der 70-jährige Versicherungsmanager will AIG in die digitale Zukunft führen und hat dafür auch die Unterstützung von Starinvestor Carl Icahn, der vier Prozent an AIG hält, und Ex-CEO Hancock zu Fall gebracht hat, VWheute berichtete. Dabei war es gerade Icahn, der die Aufspaltung des Konzerns forcierte, weil die US-Regierung AIG lange Zeit als systemrelevant einstufte und strengere Kapitalauflagen forderte. Inzwischen wurde Icahn jedoch von Donald Trump zum Berater für Regulierungsfragen auserkoren. Ferner unterschrieb Trump ein Dekret zur Überprüfung des sogenannten Dodd-Frank-Acts, ein Regelwerk, das den Begriff der Systematically Important Financial Institutions (Sifi) erst eingeführt hatte.
Von 1973 bis 1994 arbeitete Duperreault bei AIG. Er gilt als Schützling von Maurice Raymond "Hank" Greenberg, der den US-Versicherer fast 40 Jahre lang führte. "Es ist schön, wieder zurück zu sein", erklärte Duperreault. Zwischen 2008 und 2012 war er CEO bei Marsh & McLennan Companies, davor war er bei Ace. Neben dem Gehalt erhält Duperreault eine Reihe von Bonuszahlungen 1,5 Mio. Dollar an Aktienoptionen. Das jährlich Long-Term-Incentives beträgt 11,2 Mio. Dollar.
AIG schaffte zuletzt dank höherer Erträge im Investmentgeschäft und Kostensenkungen den Dreh in die Pluszone und verdiente 1,19 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal 2017. Ein Aufschwung war absehbar. Schließlich war das erste Quartal des Jahres 2016 bereits miserabel. Der einst weltgrößte Versicherer war an der Finanzkrise mitschuldig, weil er sich mit Kreditausfallversicherungen verspekuliert hatte. Die US-Regierung rettete den Konzern mit 182 Mrd. US-Dollar an Steuergeldern vor dem Aus. Das Geld hat das Unternehmen inzwischen zurückgezahlt. (dg)
Bild: Brian Duperreault ist mit sofortiger Wirkung CEO des US-Versicherers AIG. (Quelle: dpa)
AIG · Brian Duperreault
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