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Talanx: Modernisierungsprogramm zeigt Wirkung

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Beim Versicherungskonzern Talanx zeigt das auf Kostensenkung ausgerichtete Modernisierungsprogramm für das Privat- und Firmengeschäft in Deutschland allmählich Wirkung. Aber auch die Internationalisierung zahlt sich für den drittgrößten deutschen Versicherer aus. Im ersten Quartal erhöhte sich zwar die Großschadenbelastung durch den Zyklon "Debbie" in Australien, gleichzeitig konnten jedoch Kosten gesenkt werden.
Der Konzerngewinn übertraf mit 238 Mio. Euro den Vorjahreswert um 7,2 Prozent. "Mit diesem Ergebnis haben wir eine solide Ausgangsposition geschaffen, um unser Konzerngewinn-Ziel von rund 800 Mio. Euro zu erreichen", kommentierte Vorstandschef Herbert K. Haas. Der Zielwert liegt deutlich unter den 907 Mio. Euro Überschuss im Vorjahr. Haas ist dafür bekannt, bei seinen Prognosen vor allem wegen des volatilen Rückversicherungsgeschäfts Vorsicht walten zu lassen.
Die gebuchten Bruttoprämien legten in den ersten drei Monaten 2017 um 8,4 Prozent auf 9,75 Mrd. Euro zu. Wachstumstreiber waren das Privat- und Firmengeschäft International mit einem Beitragsplus von 29,2 Prozent, die Schaden-Rückversicherung mit 12,5 Prozent und der Bereich Industrieversicherung mit 4,3 Prozent. Die Großschadenbelastung nahm auf 153 (Vorjahr: 123) Mio. Euro zu, lag damit aber unter dem anteiligen Großschadenbudget von 243 Mio. Euro.
Die Zerstörungen durch den Zyklon "Debbie" schlagen bei der Talanx mit 50 Mio. Euro zu Buch. Diese Summe entspricht den Zahlen der Tochter Hannover Rück, deren Zahlen komplett in die Konzernrechnung eingehen. Die Schaden-Kosten-Quote blieb mit 96,3 Prozent unverändert. Während sich das versicherungstechnische Ergebnis leicht auf -415 (-422) Mio. Euro verbesserte, verringerte sich das Kapitalergebnis auf 1,01 (1,02) Mrd. Euro.
In der Industrieversicherung, die mit 59 (48) Mio. Euro den größten Teil zur Gewinnsteigerung im Konzern beitrug, hat sich die Sparte Transport deutlich verbessert. Durch eine Sanierung des Bestandes konnte ihre Schaden-Kosten-Quote auf 86,7 (105,4) Prozent gedrückt werden. In der Privat- und Firmenversicherung Deutschland beginnt das Modernisierungsprogramm zu greifen. Im Segment Schaden/Unfall stiegen nach einer längeren Phase von Rückgängen erstmals wieder die Prämieneinnahmen.
Die Schaden-Kosten-Quote liegt jedoch wegen der hohen Investitionen in die Restrukturierung noch immer über 100 Prozent. Im Segment Leben waren die Beitragseinnahmen wegen des Ausstiegs aus der klassischen Lebensversicherung mit Garantien und des Umstieges auf kapitaleffiziente und biometrische Produkte erneut rückläufig. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International verzeichnete die Talanx ein starkes Prämienwachstum in Europa und Lateinamerika.
Aufgrund der guten Quartalsergebnisse bekräftigte Haas den Ausblick für das Gesamtjahr. Neben einem Gewinn von rund 800 Mio. Euro zählen dazu ein Prämienwachstum von mehr als einem Prozent, eine Kapitalanlagerendite von mindestens drei Prozent sowie eine Eigenkapitalrendite von mehr als acht Prozent. (cs)
Bild: Herbert K. Haas (Quelle: Talanx)
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