Politik & Regulierung

Versicherer übernehmen Bankgeschäft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Banken haben offenbar ausgedient. Immer geringere Teile des Finanzgeschäfts werden über klassische Banken abgewickelt. Das zeigt eine Auswertung einer Analyse des Finanzstabilitätsrats der größten 20 Wirtschaftsnationen. In die Lücke stoßen Pensionsfonds, Finanzvermittler und Versicherungen. Dadurch werden auch Bankfilialen obsolet.
Nach dem Bericht der FAZ bewegten die Banken im Jahr 2014 noch mehr als 75 Prozent des Finanzvermögens, heute sind es weniger als 60 Prozent. Viele Unternehmen verwalten ihr Geld mittlerweile selbst oder lassen es von Dritten managen – beispielsweise Versicherungen. Ein Trend, der bald noch zunehmen könnte, wie Marcus Severin, Versicherungsexperte beim weltweit größten Investmenthaus Blackrock, glaubt, der nächste Woche im VWheute-Interview über die Möglichkeiten und Zukunftsausgaben deutscher Versicherer sprechen wird.
Severin: "Die Versicherer stehen unter großem Druck, Solvency II, Digitalisierungstendenzen und niedrige Zinsen belasten das Geschäft. Das muss kompensiert werden, was nicht alleine mit einer effizienteren Verwaltung erreicht werden kann. Im Bereich Altersvorsorge müssen die Versicherer andere Geschäftsfelder erschließen und sich beispielsweise auch in Bereiche vor wagen, die als klassische Bankdomäne gelten. Das geschieht auch bereits, kann und sollte aber erweitert werden."

Es geht auch gemeinsam

Die Allianz als Branchenprimus wollte sich nicht dazu äußern, ob sie aktiv versucht, Bankgeschäft an sich zu binden oder ob die Versicherer auf dem Banken-Territorium wildern werden. Sie verweist auf die Zusammenarbeit mit der Standard Chartered Bank in Asien. Die Unternehmen haben ein Allfinanzvereinbarung über 15 Jahre geschlossen, bei der die Bank in China, Hongkong, Indonesien, Malaysia und Singapur Schadenversicherungsprodukte der Münchener vertreiben wird – VWheute berichtete.

Banken ziehen sich aus Beratung zurück

Das schwindende Geschäft der alteingesessenen Banken schlägt sich offenbar bereits im Bereich der Filialen nieder. Aktuell gibt es noch rund 34.000 Filialen, vor zehn Jahren waren es noch über 44.000 gewesen. Oliver Mihm, Vorstandschef von Investors Marketing, rechnet mit einer Zunahme der Schließungen: "Damit bestätigen die Entscheider jetzt, was wir schon länger erwarten, nämlich einen Rückgang der Filialen bis zum Jahr 2025 auf nur noch rund 20.000." (vwh/mv)
Bild: Bankfiliale (Quelle: Deutsche Bank)
Allianz · Versicherungsbranche · BlackRock · Bankenkrise · Severin Marcus
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