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Mehrheit von HDI an Talanx für die nächsten Jahre fix

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bei der Talanx-Mutter, der HDI VaG, gibt es keinerlei Ambitionen mehr, Aktien an die Börse zu bringen. Für die nächsten Jahre wird es, wie Vorstandschef Herbert K. Haas in der Hauptversammlung auf Aktionärsfragen erklärte, keine Änderung der Beteiligungsverhältnisse geben. Damit bleibt der Streubesitz bei nur 21 Prozent.
Ebenso wiederholte er, dass die Talanx an ihrer 50,2-prozentigen Hannover-Rück-Mehrheit festhalten wird. Nicht nur, weil die Tochter das Recht auf die erste Wahl bei der Übernahme von Rückversicherungen der Talanx hat – dies gilt für die Art des Risikos, aber auch für die Höhe des Engagements –, sondern auch weil Hannover Rück 60 Prozent des Talanx-Ebits stellt. Haas strebt eine Balance zwischen Erst- und Rückversicherung von jeweils 50 Prozent an. Dies soll auch dazu verhelfen, dass die seiner Ansicht nach substanzielle Unterbewertung der Erstversicherung an der Börse im Vergleich zur Rückversicherung abgebaut wird. Der Wert der Erstversicherungen sei seit dem Börsengang zwar von 0,8 auf 1,8 Milliarden Euro gewachsen, die Rendite der Aktien um 18 Prozent. Die Hannover-Rück-Aktie komme jedoch in der gleichen Zeit auf eine Rendite von mehr als 40 Prozent. Haas räumte daher ein, dass es noch viel Potenzial für die Talanx-Aktie gebe.
Ein Grund für die relativ schwache Profitabilität sieht der Talanx-Chef in dem weiter defizitären deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 103 Prozent verliere die Talanx Geld. Durch das eingeleitete Innovations- und Erneuerungsprogramm, das erhebliche Investitionen erfordert, sollen die Kosten deutlich sinken. Für 2020/21 strebt Haas im deutschen Privat- und Firmengeschäft eine Combined Ratio von 95 Prozent an. "Es liegt noch einige Arbeit vor uns", so seine Schlussfolgerung.
Im Ausland wachsen
Insgesamt gesehen erhielt die Talanx-Führung Lob für ihre „tolle Leistung“ im vergangenen Jahr. Auf Kritik stießen zum Teil die umfangreichen Kapitalmaßnahmen, die den Aktionären zur Beschlussfassung vorlagen. Haas verteidigte die pauschalen Vorratsbeschlüsse. Sie seien notwendig, um für Akquisitionen gewappnet zu sein. Allerdings bestehe derzeit noch keine Absicht, die Beschlüsse zu nutzen. Außerdem versprach er den Aktionären, dass sich an ihrem 21-prozentigen Talanx-Anteil selbst bei Ausschluss des Bezugsrechts für einzelne mögliche Kapitalmaßnahmen nichts ändern werde. Für Zukäufe offen zeigt sich Haas in Mexiko und der Türkei, also in den Ländern, in denen es die Talanx noch nicht in den Kreis der fünf größten Versicherer geschafft hat.
Einen Quartalsbericht legt die Talanx erst nächste Woche vor. Haas wiederholte die bereits vor einigen Wochen genannten Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr, darunter ein Konzernergebnis von rund 800 Mio. Euro nach 907 Mio. Euro im Vorjahr. Haas begründet die eher verhaltenen Erwartungen mit dem volatilen Geschäft. Der angepeilte Gewinn unterstelle die Ausschöpfung des Großschadenbudgets in Höhe von 1,1 Mrd. Euro. In den beiden Vorjahren war dies bei weitem nicht der Fall. Dies könne sich aber schnell ändern. Die Talanx setze zudem auf Dividendenkontinuität. Es sollte mindestens die Vorjahresdividende gezahlt werden. Daher die vorsichtigen Prognosen. Hinzu komme ein Polster: Der Gewinnvortrag in der Talanx-Bilanz beläuft sich auf 484 Mio. Euro. Dadurch könne könne Dividendenkontinuität gesichert werden. (vwh/cs)
Bild und Quelle: Talanx
Talanx · Herbert K. Haas · Haas · Jahreszahlen
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