Unternehmen & Management

Dauerbaustelle? Roland-Gruppe baut weiter um

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die vor allem im Rechtsschutz tätige Roland-Gruppe ist zwar 2016 stärker gewachsen und hat besser verdient als erwartet, doch beruht dies auf Sondereffekten. Der VW-Abgas-Skandal und die Bankenpanne mit fehlerhaften Widerrufserklärungen für Immobilien-Darlehensverträge haben zu mehr Klagen geführt und die Versicherungstechnik weiter verschlechtert.
Das Unternehmen bleibt aber optimistisch: "Die Anforderungen aus dem regulatorischen Umfeld stellen uns weiterhin vor Herausforderungen", wird Roland-Chef Rainer Brune in einer Pressemitteilung zum Geschäftsbericht zitiert. "Dennoch werden wir dank unseres Alleinstellungsmerkmals im Markt, der starken Spezialisierung auf Rechtsschutz, auch in den kommenden Jahren ertragreich wachsen." Die Gruppe ist 2016 um rund 13 Mio. Euro beziehungsweise drei Prozent auf 449,7 Mio. Euro gewachsen; davon stammen 428,6 (416,6) Mio. Euro von der Roland Rechtsschutz. Diese hatte 13 Millionen Euro Mehreinnahmen durch eine Beitragsanpassung gemäß Beitragsanpassungsklausel. Auch für 2017 rechnet der Rechtsschutzversicherer mit einer weiteren Beitragsanpassung gemäß Treuhänderempfehlung.
Für die Roland Rechtsschutz ergibt sich eine Combined Ratio von 102,5 (100,1) Prozent. Dass sich der versicherungstechnische Verlust auf 5,8 (- 0,4) Millionen Euro vergrößerte, wird auch mit dem Aufbau höherer Schadenrückstellungen, um dem durch Solvency II gestützten Substanzaufbau nachzukommen, begründet. Die Bedeckungsquote wird nicht genannt, aber darauf verwiesen, dass die Mittel ausreichten. Zum 1. Januar 2016 hatten die direktbeziehungsweise indirekt beteiligten Aktionäre Axa, Gothaer, Barmenia und Basler die Eigenmittelausstattung mit einem Nachrangdarlehen von 10 Mio. Euro verstärkt.

Verbessertes Kapitalanlageergebnis hilft Roland

Dass der Konzernüberschuss sich auf 7,1 (4,1) Millionen Euro fast verdoppelt, liegt an einem durch Zuschreibungen und Abgangsgewinnen deutlich verbesserten Kapitalanlageergebnis. Im Geschäftsbericht wird von weiteren Sanierungen und striktem Kostenmanagement berichtet, dass 2017 die Versicherungstechnik auf ein zumindest ausgeglichenes Niveau bringen soll. Auch bei der Schutzbrief-Gesellschaft werden Preisanpassungen oder die Beendigung defizitärer beziehungsweise unterdurchschnittlich profitabler Verträge angekündigt. Für einen nicht weiter beschriebenen Sozialplan wurden 1,2 Millionen Euro zurückgestellt. Im Rahmen des Konzernumbaus wurden bereits zu Jahresbeginn 2016 die Jurpartner Rechtsschutz-Versicherung AG und Roland Beteiligungsverwaltung GmbH auf den Rechtsschutzversicherer verschmolzen und die Roland Risk Consulting s.r.l. liquidiert. (mv)
Bild: Köln, Sitz der Roland Versicherung (Quelle: www.Clearlens-images.de / PIXELIO/ www.pixelio.de)
Roland Rechtsschutz · Gewinn · Jahreszahlen
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