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VGH zeigt große Nehmerqualitäten und wächst

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Vor zehn Jahren hätte er nicht geglaubt, dass die VGH Versicherungsgruppe Hannover auf Dauer eine derartig lange Niedrigzinsphase durchhalten könne, sagte Vorstandschef Hermann Kasten bei der Vorlage der Bilanz 2016. Es habe sich jedoch herausgestellt, dass es sogar gut geht.
Mit ihrer hohen Anpassungsfähigkeit habe der öffentlich-rechtliche Versicherer größere Nehmerqualitäten als erwartet gezeigt. Kasten bezeichnete die Jahresabschlüsse 2016 als starke Etappe im Langstreckenrennen. Die VGH mit ihren Sparten Komposit, Leben und Kranken sei 2016 solide gewachsen und habe in allen Sparten ihre Ziele erreicht. "Ein gutes Jahr." Die gesamten Beitragseinnahmen erhöhten sich um 3,5 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro. Besonders stolz ist Kasten auf die mit 25 (Vorjahr: 25,3) Prozent historisch niedrige Kostenquote des Mutterschiffs Landschaftliche Brandkasse. Sie soll bis 2020 weiter auf 24 Prozent gedrückt werden. Dabei helfen soll auch ein Abbau von 100 Stellen, den Kasten durch die Fluktuation für locker erreichbar hält. Damit läge die Zahl der Mitarbeiter 2020/22 wieder auf dem Stand von 2010. Die Veröffentlichung der Quoten von Solvency II in zwei Wochen fürchtet Kasten nicht. Alle Bereiche wiesen ohne Nutzung von Übergangsmaßnahmen komfortable Bedeckungsquoten von über 200 Prozent auf.

Schwarze Zahlen in der Sachversicherung

Die Brandkasse, die das Kompositgeschäft betreibt und Marktführer in Niedersachsen ist, konnte die Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft um 2,5 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro steigern. Sanierungsmaßnahmen in der Wohngebäude- und der Kfz-Versicherung - insbesondere im Flottengeschäft - in Verbindung mit Prämienerhöhungen bremsten das Wachstum, trugen aber ertragsmäßig Früchte. Die seit Jahren defizitäre Wohngebäudeversicherung weist eine Schaden-/Kostenquote von 97 Prozent auf und ist damit erstmals wieder in den schwarze Zahlen. Insgesamt lag die Schaden-/Kostenquote der Brandkasse mit 90,1 (96,2) Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 2007. In die Hand spielte der Versicherung dabei die sehr geringe Belastung durch Stürme. Der Schadenaufwand sank um 8,2 Prozent auf 782 Millionen Euro. Höher als im bereits schadenträchtigen Vorjahr lagen dagegen die Kosten für Brände gewerblicher und industrieller Gebäude.

Mehr Einnahmen bei der Altersvorsorge

Die Provinzial Lebensversicherung war im Vergleich zum Markt den Angaben zufolge überdurchschnittlich erfolgreich. Sie legte bei den Beitragseinnahmen um 4,9 Prozent auf 750 Mio. Euro zu, während marktweit ein Rückgang zu verzeichnen war. Signifikant um 18,5 Prozent auf 268 Mio. Euro wurde das Einmalbeitragsgeschäft ausgeweitet, wobei es sich zu mehr als 90 Prozent um Rentenversicherungen handelte. Die laufenden Beiträge verringerten sich leicht um 1,3 Prozent auf 488 Mio. Euro. Der starke Ablauf von 65 000 Verträgen konnte durch 60 000 Neuverträge nicht ganz ausgeglichen werden. Die Stornoquote blieb mit 3,4 Prozent auf einem niedrigen Stand. Die Kapitalanlageerträge erhöhten sich durch die Hebung von 130 Mio. Euro stillen Reserven kräftig auf 415 (384) Mio. Euro, sodass die sich die Nettoverzinsung von 4,8 auf 5,0 Prozent verbesserte. Anlass zu diesem Schritt gab die notwendige Zuführung zur Zinszusatzreserve in Höhe von 130Mio. Euro. Für 2017 wurde die Gesamtverzinsung auf 4,0 (4,5) Prozent festgesetzt, wobei 2,5 (3,0) Prozent auf die Überschussbeteiligung entfallen.
Die Krankenversicherung mit der Provinzial Kranken und der Alten Oldenburger konnte die Beitragseinnahmen um 3,8 Prozent auf 290 Mio. Euro steigern. Die Zahl der Vollversicherten ist entgegen dem rückläufigen Markttrend um knapp ein Prozent gestiegen. Ein kräftiges Wachstum weist wie es heißt die Pflegezusatzversicherung auf. Positiv wertet der Vorstand die Kapitalanlageergebnisse. Die Nettoverzinsung belief sich ohne Hebung von stillen Reserven auf mehr als 3,0 Prozent.

Das laufende Jahr

Auch 2017 wird laut Kasten durch das anhaltendem Zinstief, den hohen Investitionsbedarf vor allem für die Digitalisierung sowie den weiteren Aufwand durch regulatorische Anforderungen geprägt sein. Daher werden die Bemühungen um Kosteneinsparungen und Ergebnisverbesserungen weiter vorangetrieben Mit dem Verlauf der ersten Monate zeigte sich Kasten vor allem wegen der weiter günstigen Schadenlage zufrieden. Vor dem Hintergrund der Fortführung der Sanierungsmaßnahmen wird ein moderates Beitragsplus für das Gesamtjahr erwartet. In der Kfz-Sparte gingen im Jahreswechselgeschäft per Saldo 16 000 Verträge verloren. Bei der Provinzial Leben wird mit leicht sinkenden laufenden Beiträgen gerechnet. Potenzial sieht Kasten hier vor allem in der Altersvorsorge und der Risikolebensversicherung. In der Krankenversicherung ist der Vorstand für 2017 optimistisch, vor allem auch mit Blick auf neue Pflegeversicherungstarife. (cs)
Bild: Neues Rathaus Hannover. Hannover ist der Sitz der VGH (Quelle: Birgit Winter / PIXELIO / www.pixelio.de)
Hannover · VGH · Jahreszahlen 2016
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