Politik & Regulierung

Hacker räumen Konten von O2-Kunden leer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Hacker haben in den vergangenen Monaten eine Lücke im Mobilfunknetz ausgenutzt und Geld von Bankkunden auf eigene Konten umgeleitet. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sollen auch deutsche Kunden betroffen sein. Während O2-Telefonicadie Vorfälle bestätigte, gehen Bankenvertreter von einer "enormen kriminellen Energie" aus.
Die internationalen Telekommunikationskonzerne bringt der Vorfall laut Bericht jedenfalls in Erklärungsnot, ist die Lücke doch bereits seit Ende 2014 bekannt. So habe die Branche ausreichend Zeit gehabt, um das Problem zu lösen, heißt es bei der SZ weiter. Demnach nutzen die Hacker eine Schwachstelle im SS7-Netzwerk, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen.
SS7 steht für Signalling System #7 und ist der Weg, über den Mobilfunkunternehmen sich weltweit austauschen. Nur auf diesem Wege sei es möglich, komplikationsfrei im Ausland zu telefonieren, SMS in fremde Netze zu verschicken und während einer Autofahrt ohne Unterbrechungen zu telefonieren. Die Banken sehen sich laut SZ-Bericht nun alarmiert. So habe man sich stets darauf verlassen, dass Mobilfunkanbieter ihre Systeme absichern, da viele Kunden ihre Bankgeschäfte über das Handy legitimieren.
Um im Kampf gegen Cyberkriminelle dennoch zu bestehen, fordert der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, den Einsatz sogenannter Cybercobs in Deutschland. So bräuchten Ermittler und Analytiker neben internationalen und interkulturellen auch digitale Kompetenzen, sagte Münch laut Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch auf einer Cybercrime-Konferenz in Berlin. "Dem müssen wir bei der Fortentwicklung unseres Berufsbildes hin zu einem Cybercop Rechnung tragen", betont der BKA-Präsident.
Zudem hätten Cyberkriminelle eine klassische Firmenentwicklung durchgemacht, "von der Garage zum Großkonzern", ergänzt Sandro Gaycken, Direktor des Digital Society Institute (DSI). Zudem gebe es immer mehr hoch entwickelte Varianten von Angriffen, ganz viele neue Ideen und Geschäftsmodelle, quasi einen "Start-up-Boom in der kriminellen Welt"
Laut Kriminalitätsstatistik hat die Polizei allein im vergangenen Jahr rund 83.000 Fälle von Cybercrime im engeren Sinne erfasst, die einen Schaden von mehr als 51 Mio. Euro verursachten haben. Allerdings sei die Dunkelziffer noch immens, ergänzte Münch. (vwh/td)
Bildquelle: Rudolpho Duba / PIXELIO (www.pixelio.de)
Cyberattacken · IT · Cybercrime · BKA
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