Märkte & Vertrieb

Big Data: "Das Glück ist so nahe"

Von Dominic EggerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Erschließen neuer Datenquellen ist der "Bottle-Neck" bei Big Data, sagt Stefan Rüping, Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS. Versicherungsunternehmen und Banken sieht er im Vergleich zu IT- und Automobil-Branche zwar erst am Anfang, die Versicherer besitzen jedoch einen Vorteil, der häufig unbeachtet bleibt.
"Für die Versicherung sind Datenanalyse und Statistik zwar schon lange Geschäftsgrundlage", meint Rüping. Wenn die Versicherer dieselben Daten mit Deep Learning anstatt wie bisher mit Versicherungsmathematik auswerteten, bringe dies keine neuen Erkenntnisse. Um die Vorteile von Big Data auszuspielen, müssen die Unternehmen neue Datenquellen erschließen. Dabei geht es nicht nur um Telematik in Kfz-Haftpflicht und Life Tracking in der PKV. "Das Glück der Branche liegt so nahe. In Archiven und Aktenordnern schlummern viele Daten, die Versicherungsunternehmen heute schon nutzen können – ganze ohne Datenschutz-Problem", so Rüping. Eine automatisierte Analyse von Texten wie Verträgen werde schon in vielen Branchen eingesetzt. Auch sei denkbar, dass der Computer Bilder und Videos selbst auswerte, um beispielsweise Versicherungsbetrug zu erkennen.
Datennerds in den Vorständen
Die Versicherungswirtschaft ist nicht die erste Branche, die sich intensiv mit Big Data beschäftigt. "In Versicherungsunternehmen und Banken wird das Thema gerade erst aufgenommen", sagt Rüping. Zunächst, Anfang des Jahres 2013, seien zum Schulungsprogramm der Fraunhofer-Allianz Big Data vor allem Unternehmen "rund um das Thema Internet“ gekommen. "Was in Deutschland bei Big Data Fahrt aufnimmt, ist die Produktion, auch oder gerade wegen der automatisierten Datensammlung." Nach den IT-Firmen ertüchtigte sich daher vorwiegend die Automobil-Industrie im Sammeln und Auswerten von Daten.
Deutschland ist Spitzenreiter
"Vor fünf Jahren war Datenanalyse noch ein Thema für Fachabteilungen", erklärt Rüping. "Heute werden Big-Data-Strategie und Künstliche Intelligenz bis hoch in die Vorstandsetage diskutiert.“ Eine Studie von Dienstleister Teradata zeichnet ein noch positiveres Bild von Big Data: 73 Prozent der Entscheider in Banken und Versicherern sind überdurchschnittlich zufrieden was Big Data und Analytics-Anwendungen im eigenen Haus angeht.
Deutschland ist der Studie zufolge Vorreiterland, mit drei von vier möglichen Bereichen der Datennutzung sind die Entscheider im Vergleich von neun Ländern die Nummer eins: Beim Einsatz von Datenanalysen (84 Prozent), der digitalen Transformation (82 Prozent) und dem Data Warehousing (82 Prozent). Für die Studie Data & Analytics Trends 2017 befragte Teradata jeweils 100 Entscheidungsträger in neun Ländern (Deutschland, Australien, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Russland, Spanien und den USA). (vwh/de)
Bild: Stefan Rüping, Geschäftsfeldleiter Big Data Analytics am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS (Quelle: Fraunhofer IAIS)
Big Data · Fraunhofer
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