Politik & Regulierung

Altkanzler Kohl erhält Schadenersatz in Millionenhöhe

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zitate waren zwar echt, aber nicht freigegegeben. Deswegen hat Altbundeskanzler Helmut Kohl vom Landgericht Köln einen Schadenersatz in Höhe von einer Million Euro zugesprochen bekommen. Demnach verletze die Biografie der Journalisten Heribert Schwan und Tilman Jens die Persönlichkeitsrechte des Einheitskanzlers, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Damit bestätigten sie auch das Verbot von 116 Textpassagen des Buches.
Darin geht es um vertrauliche Äußerungen Kohls über andere Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Darin enthalten seien Zitate aus Gesprächen, die er ehemalige deutsche Regierungschef 2001 und 2002 mit Schwan geführt habe. Der Journalist fungierte dabei als Ghostwriter für Kohls Memoiren.
Bevor der vierte und letzte Band erscheinen konnte, kam es jedoch zu einem Zerwürfnis zwischen Kohl und Schwan, der daraufhin eigenmächtig ein Buch unter dem Titel "Vermächtnis" mit den strittigen Äußerungen Kohl. Dieser argumentierte vor Gericht, dass seine Äußerungen strikt vertraulich gewesen seien. Schwan widerspricht dieser Darstellung.
Das Urteil selbst ist zwar noch nicht rechtskräftig. Dennoch ist die Schadensumme insofern von besondere Bedeutung, da sich die bislang höchsten Summen für schwere Persönlichkeitsverletzungen durch unzulässige Veröffentlichungen in der Regel um die 400.000 Euro bewegten. (vwh/td)
Bild: Altkanzler Helmut Kohl (Quelle: dpa)
Schadenersatz · Helmut Kohl
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