Politik & Regulierung

Altersvorsorge macht den Deutschen Sorgen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Altersvorsorge der Deutschen bestimmt in diesen Tagen die politische Bühne in Berlin. Während die Bundesregierung die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2017 nun offiziell beschlossen hat, befasst sich der Bundestag heute in erster Lesung mit der Angleichung der Renten in Ost und West. Dennoch sieht sich laut einer aktuellen Axa-Umfrage die Mehrheit der Deutschen im Alter nicht mehr ausreichend abgesichert.
Demnach glauben laut Axa Deutschland-Report 2017 insgesamt 70 Prozent der Ruheständler in Deutschland, dass die Höhe der gesetzlichen Renten im Vergleich zu den eigenen Einzahlungen nicht angemessen seien. Zudem gaben 61 Prozent der Erwerbstätigen an, dass sie sich angesichts der dauerhaft niedrigen Zinsen nicht mehr ausreichend für den Ruhestand abgesichert sehen. Gleichzeitig sehen 75 Prozent aller Ruheständler und 66 Prozent aller Erwerbstätigen höher Rentenbezüge als wesentlich wichtigeres Ziel für die deutsche Politik an als beispielsweise eine bessere Gesundheitsversorgung oder bessere Bildungsangebote.
Daneben gehen mittlerweile 56 Prozent der Berufstätigen laut Report davon aus, dass sich die Lebensqualität im Ruhestand verschlechtern werde. Zum Vergleich: im Jahr 2016 waren es noch 40 Prozent der Befragten. Zudem befürworten 86 Prozent der Rentner und Pensionäre sowie 73 Prozent der Berufstätigen, dass Berufsanfänger künftig automatisch in eine betriebliche Altersversorgung einbezogen werden.

Bundesbürger setzen auf bAV

Einig sind sich beide Gruppen auch bei der Frage, ob der Staat die betriebliche Altersversorgung insgesamt stärker fördern sollte: Drei Viertel aller Erwerbstätigen (74 Prozent) und auch Ruheständler (75 Prozent) halten diese Überlegung für gut oder sehr gut. Außerdem fragen sich mittlerweile 51 Prozent der Erwerbstätigen (Vorjahr: 47 Prozent, ob eine private Altersvorsorge überhaupt noch sinnvoll sei. Dabei fallen laut Axa-Report die Umfragewerte in Ostdeutschland (58 Prozent) noch stärker aus als im Westen mit 47 Prozent. Den bundesweiten Spitzenwert erreicht dabei Berlin mit 65 Prozent.
"Die momentan breite öffentliche Debatte um die Altersvorsorge im Vorfeld der drei Landtagswahlen und der Bundestagswahl hat zusammen mit der Niedrigzinsphase zumindest das Problembewusstsein bei Rentnern wie Erwerbstätigen weiter geschärft", betont Axa-Vorstand Patrick Dahmen. Allerdings stoße der Staat als Problemlöser an seine Grenzen. Demnach seien deutliche Rentenerhöhungenmit Milliardenkosten verbunden, was mit der seit 2009 verfassungsrechtlich gebotenen Verschuldungsgrenze kaum vereinbar sei, konstatiert der Axa-Manager. "Altersvorsorge muss somit zwingend neben der gesetzlichen Versorgung auch die betriebliche und private Versorgung umfassen", fordert Dahmen. (vwh/td)
Bildquelle: Uwe Schick / PIXELIO (www.pixelio.de)
Altersvorsorge · Axa
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