Schlaglicht

Munich Re: Der Lotse geht von Bord

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit Standing Ovations wurde Nikolaus von Bomhard, seit heute Ex-Vorstandsvorsitzender der Munich Re, auf der diesjährigen Hauptversammlung in München nach 13-jähriger Amtszeit verabschiedet. Die Aktionäre hatten dafür auch mindestens einen Grund: Seit fast 50 Jahren hat das Unternehmen die Dividende nicht mehr gesenkt. Für 2017 wurde diese sogar auf ein neues Rekordhoch von stolzen 8,60 Euro (Vorjahr: 8,25 Euro) festgelegt.
Nikolaus von Bomhard kennen die allermeisten Kollegen und Beobachter der Versicherungswirtschaft als streng disziplinierten, zwar freundlichen aber immer auch etwas kühlen Managertypus, unaufgeregt und souverän. Doch nach der Vorstellung des neuesten Zahlenwerkes bekannte von Bomhard trotz aller Bescheidenheit Stolz.
Stolz auf die in allen Bereichen angestoßenen Innovationen, die sich auch in einer positiven Entwicklung des Aktienkurses niedergeschlagen haben: "Was wir Ihnen heute präsentieren ist zwar nicht goldgerändert, aber ein ordentliches Ergebnis, wir haben die Substanz des Unternehmens nicht angetastet", so von Bomhard in seinen Ausführungen.
Mit einer Solvenzquote von über 260 Prozent hält die Munich Re als Gruppe zweieinhalb Mal soviel Kapital, wie von der Aufsicht zur Deckung der Risiken verlangt wird, ergänzte der Manager. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, ist laut von Bomhard die Fähigkeit zur Innovation Grundvoraussetzung für die Munich Re, womit auch schon die Richtung für seinen Nachfolger im Amt, Joachim Wenning, abgesteckt wurde. Zum Abschluss seiner Amtszeit als CEO nutzte von Bomhard seinen Auftritt vor den versammelten Aktionären für ein persönliches Wort:
Zuvor hatte der Aufsichtsratsvorsitzende und ehemalige BMW-Chef Bernd Pischetsrieder den Dank der Kollegen aus Vorstand und Aufsichtsrat artikuliert:
In diesen Tenor fiel auch Daniela Bergdolt, von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. ein. Kritik übte Bergdolt zwar am Langmut des Vorstandes mit Blick auf das Sorgenkind Ergo. Doch insgesamt zeigte sich die Aktionärsschützerin rundum zufrieden mit der Arbeit, die in der Königinstraße am Englischen Garten in der Ära von Bomhard geleistet wurde.
Allerdings stelle sich die Frage, wo geht es hin, wo lassen sich neue Wachstumsfelder abstecken? Im Interview mit VWheuteTV erläutert die Anwältin, worauf es jetzt für den neuen Mann an der Spitze ankommt:
Mit Nikolaus von Bomhard geht nun erst der achte Vorstandschef in 130 Jahren. In dessen Ära konnten die Shareholder einen Wertzuwachs von 222 Prozent verbuchen, damit wurden zahlreiche Konkurrenten und auch der EU-Versicherungsindex geschlagen. Aber es geht noch besser, wie der Mitbewerber aus Hannover zum Beispiel derzeit vormacht. Dort hat man sich konzentriert auf das Kerngeschäft. Wird dies auch eine Aufgabe für Wenning? (vwh/ak)
Bild: Mit Beendigung der Hauptversammlung übergibt Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard (links) die Führung des Unternehmens an Joachim Wenning. (Quelle: ak)
Munich Re · Nikolaus von Bomhard
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